Kinder-Kriminalität ufert aus

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Schwarzach - Die Polizei schlägt Alarm: mit 243 Anzeigen in den ersten fünf Monaten des Jahres hat die Kriminalität bei Kindern unter 14 Jahren in Vorarlberg einen neuen Höchststand erreicht.

„Die Zahlen haben sich seit dem Jahr 2000 verdreifacht, das ist ein sehr ernstzunehmendes Problem, das intensiv angegangen werden muss“, so Sicherheitsdirektor Elmar Marent im „VN“-Gespräch.

Versäumnisse aufholen

Im Detail bedeutet die negative Entwicklung: Von 183 Delikten begangen durch ­Kinder unter 14 Jahren im Jahr 2000 stieg die Zahl von Straftaten durch Unmündige auf 480 im Jahre 2007. Während die Zahl der Anzeigen bei den Jugendlichen (14 bis 18 Jahre) er­freulicherweise wieder im Sinken begriffen ist, sind die „Knirpse“ nun die neuen Sorgenkinder der Exekutive. „Wir reden hier zwar nicht von schweren Delikten ­sondern zum Beispiel von Vandalismus, einfachem Diebstahl und Graffiti-Schmierereien. Dennoch kann man das nicht als Bagatelle abtun, die ­Entwicklung macht uns besorgt“, so der Sicherheits­direktor. Elfjährige Ladendiebe, 13-jährige Vandalen oder schlägernde Zwölfjährige. Sie alle können strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden, sind noch nicht strafmündig. Die Altersgrenze liegt in Österreich bei 14 Jahren. Wo das Gericht noch keine Handhabe hat, ist Prävention – also Vorbeugung – das einzige Mittel des Staates. Oft ist die Schule der Ort, an dem ausgeglichen werden muss, was im Elternhaus bei der Erziehung versäumt wird. Die Schulen arbeiten dabei intensiv mit der Exekutive zusammen. Bei Schwerpunktaktionen in punkto Alkohol und Gewalt werden die sogenannten „Präventionsbeamten“ eingesetzt, um die Kinder über die Folgen von Kriminalität aufzuklären. Zielgruppe dieser Kampagne sind vor allem die Strafunmündigen unter 14 Jahren, bei denen man noch etwas bewirken kann, wenn man rechtzeitig ansetzt.

Keine Ersatzeltern

Die Polizisten gestalten mehrere Unterrichtsstunden und diskutieren mit Kindern anhand von Filmbeispielen unter anderem über Gewalt. Die Polizei hat mit dem Projekt bisher gute Erfahrungen gemacht, Ersatzeltern könnten die Beamten allerdings nicht sein. „Den Kindern fehlt oft die Achtung vor dem Eigentum anderer, darum steigen auch die Vandalismusdelikte immer stärker an“, schildert Marent. Den stärksten Zuwachs bei der „Kinder-Kriminaliät“ gab es in den Bezirken Bregenz und Bludenz, wo sich die Zahlen verdoppelt haben, nur im Bezirk Dornbirn ist ein Rückgang zu beobachten.

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