Kind fällt aus Bödele-Lift: Heftige Kritik vom Vater am Betreiber

©VOL.AT/Hagen, Stiplovsek
Die Eltern des am Bödele vom Lift gestürzten Jungen erheben schwere Vorwürfe gegen den Liftbetreiber, die Dornbirner Seilbahngesellschaft. Dort sieht man die Sache differenzierter. 
Kind stürzt aus Lift am Bödele
2014: Neunjährige fällt von Sessellift
Haftung, wenn Kind aus Lift fällt

Am Freitag wollte die deutsche Mutter mit ihren siebenjährigen Zwillingen gegen 16 Uhr den Lank-Lift am Bödele benutzen. Beim Einsteigen hatte jedoch eines der Kinder scheinbar Probleme und rutschte laut Polizeidarstellung nach gut 120 Metern unter dem geschlossenen Bügel durch. Die Mutter schaffte es, ihn an der Kapuze festzuhalten. Beim Zurücksetzen des Lifts stürzte der Junge jedoch auf die Piste. Nach der Erstversorgung durch eine zufällig anwesende Ärtzin wurde er mit dem Christophorus 8 ins LKH Feldkirch gebracht.

Eltern kritisieren Liftbetreiber

Gegenüber der schweizerischen Zeitung “Blick” kritisiert der Vater des Kindes die Betreiber des Lank-Lift nun schwer. So habe die 48-jährige Mutter bereits beim Einstieg festgestellt, dass es Probleme gab und “Stopp” gerufen, was jedoch ungehört geblieben sei. Als sie schlussendlich den Jungen nur noch an der Kapuze halten konnte, presste sich der Kragen der Jacke gegen den Hals des Jungen und ließ in blau anlaufen.

Dies sei gegenüber “Blick” auch schlussendlich der Grund gewesen, warum sie ihn losließ: “Als sie sah, dass er blau anlief, war ihr klar: Er erstickt, wenn sie ihn nicht fallen lässt. Meine Frau musste ihn loslassen, sonst wäre er erstickt.” Das Kind selbst sei mit Würgemalen und Blutergüssen in den Augen davongekommen, war jedoch zur Beobachtung mehrere Tage im Krankenhaus.

Lift sei “gemeingefährlich”

Die Familie sei seit einer Woche am Bödele gewesen, es wäre die letzte Fahrt des Tages für die Mutter und ihre Kinder gewesen. Der Vater selbst beschreibt gegenüber Blick seine Hilflosigkeit – und Zorn auf den Skiliftbetreiber. Dort gehe alles seinen gewohnten Gang weiter, ohne dass Maßnahmen gegen solche Unfälle ergriffen werden. “Dieser Lift ist gemeingefährlich!”, zitiert ihn der “Blick”. Es ist seit der Eröffnung vor etwas über 18 Jahren das zweite Unglück dieser Art am Lank-Lift. 2014 stürzte eine neunjährige Schweizerin aus dem Lift.

Junge saß nicht auf Kindersitz

Der Lank-Lift wurde 2000 als fix geklemmter Lift erbaut. Dies bedeutet, dass die Gondeln in der Tal- und Bergstation nicht langsamer als der Gesamtlift werden. Die äußeren Sitze verfügen jedoch laut dem Betreiber, dem Stadtmarketing Dornbirn, über spezielle Kindersicherungen. Der verunglückte Bursche saß jedoch im Gegensatz zu seinem Geschwister auf keinem dieser Kindersitze. Der Lift selbst werde jährlich von den Behörden kontrolliert und entspreche den Sicherheitsvoraussetzungen, betont Herbert Kaufmann, Geschäftsführer des Stadtmarketings im VOL.AT-Gespräch.

©Herbert Kaufmann - VOL.AT/Stiplovsek

Keine Sicherheitsmängel bekannt

Aus derzeitigem Wissensstand seien weder Sicherheitsmängel noch ein Fehlverhalten der Belegschaft bekannt. Man stehe hier auch im engen Kontakt mit der Seilbahnbehörde. Die Bauweise des Lifts als gemeingefährlich zu bezeichnen, grenzt für Kaufmann daher an Rufschädigung: “Das würde dann auf hunderte solcher Anlagen in allen Skigebieten zutreffen”, verweist er auf die weite Verbreitung des Lifttyps. Man behalte nun die Ergebnisse der Ermittlungen genau im Auge, halte es aber für zu kurz gefasst, dem Lift allein eine Schuld zu geben. (VOL.AT)

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