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KHM hebt Medaillen und ihre Schöpfer aufs Podest

Arnold Hartigs Entwurf zur Thronbesteigung von Karl I. und Zita
Arnold Hartigs Entwurf zur Thronbesteigung von Karl I. und Zita ©APA/KHM
Die Besucherinnen und Besucher des Kunsthistorischen Museums erwartet ab Dienstag ein Medaillenregen: Mit der Fokusausstellung "Kunst & Prägung" will das KHM "einen vertiefenden Blick auf eine Kunstgattung werfen, die oft ein bisschen übersehen wird", sagte Generaldirektorin Sabine Haag am Montag. Anhand von rund 80 Werken rückt die kleine Schau einzelne Künstler an den Höfen der Habsburger und ihre Arbeit zwischen 1500 und dem Ende der Monarchie 1918 ins Licht.

Zu sehen sind in der zweiteiligen, von Heinz Winter kuratierten Ausstellung, die in Räumlichkeiten der Kunstkammer und des Münzkabinetts untergebracht ist, in erster Linie - ganz dem Titel entsprechend - Medaillen. Aber auch einige Gemälde, Skulpturen, Elfenbeinschnitzereien oder Goldschmiedearbeiten werden gezeigt. Denn die präsentierten Medailleure waren allesamt auch in anderen Kunstgattungen tätig.

Ein Beispiel dafür findet sich gleich im Entree des Ausstellungsteils in der Kunstkammer. Dort ist die um 1555 entstandene Büste Kaiser Karls V. aus der Hand von Leone Leoni, einem der meist gefeierten italienischen Bildhauer des 16. Jahrhunderts, ausgestellt. Für dieses Werk wurde er in den Ritterstand erhoben und zum Hofbildhauer ernannt, erklärte Kunstkammer-Chefin Katja Schmitz-von Lederbur bei einer Presseführung. Leoni schuf zur selben Zeit auch eine Medaille mit dem Konterfei von Kaiser Ferdinand I. Auch Namen wie Antonio Abondio, Matthäus Donner oder Johann Berhard Fischer von Erlach sind vertreten.

Zweck der Ausstellung sei nichts weniger als "die Rehabilitation der Medaillenkunst" und deren Präsentation "auf Augenhöhe mit anderen Genres des Kunstschaffens", sagte Klaus Vondrovec, Leiter des Münzkabinetts. Dort werden einzelne Hofkünstler näher vorgestellt und jeweils für deren Oeuvre charakteristische Medaillen gezeigt. Dabei handelt es sich nicht etwa um vielfach geprägte Münzen, die im Umlauf waren, sondern um singuläre Kunstwerke.

Indem "Prunk & Prägung" mehr als 400 Jahre überspannt, werden nicht nur die Fortschritte in der Medaillenkunst, sondern auch die Entwicklung des Künstlers vom Allroundgenie der Renaissance und des frühen Barock hin zum Spezialisten für einzelne Genres der späten Monarchie beschrieben. Kein Prunkstück, sondern ein Bleientwurf dokumentiert dann das endgültige Ende des Habsburgerreiches und ihrer höfischen Medailleure. Arnold Hartig gestaltete mitten im Ersten Weltkrieg eine Medaille zur geplanten Thronbesteigung von Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita. Zur Prägung kam es nicht mehr, da die Monarchie zuvor bereits untergegangen war.

(S E R V I C E - "Prunk & Prägung. Die Kaiser und ihre Hofkünstler", zweiteilige Ausstellung ab Dienstag in der Kunstkammer (bis 13. Oktober 2024) und im Münzkabinett (bis 23. März 2025), )

(APA)

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