Kempten: Eklat um "Todespfleger"

Mit einem Eklat ist am Montag der 28. Verhandlungstag im "Todespfleger"-Prozess vor dem Landgericht Kempten zu Ende gegangen. Dem Richter platzte der Kragen.

Nachdem die Verteidigung nach mehrmaliger Verlängerung einer Bedenkzeit zur Absprache mit dem Angeklagten noch immer nicht pünktlich im Gericht erschienen war, unterbrach der Richter die Verhandlung bis Freitag. Die Kosten für die Unterbrechung muss laut Gerichtsbeschluss die Verteidigung tragen.

“Mit Nerven runter”

Mit Blick auf die Unterbrechung sagte einer der beiden Verteidiger, Oliver Ahegger, das Gericht habe genau gewusst, dass er zusammen mit dem anderen Verteidiger in seiner Kanzlei an einem Antrag arbeite. „Sie sind offensichtlich mit den Nerven runter“, kommentierte er die Entscheidung des Gerichts.

Medikamenten-Mix

Der angeklagte ehemalige Krankenpfleger soll 29 Krankenhauspatienten, darunter einen Patienten aus Vorarlberg, mit einem Medikamenten-Mix zu Tode gespritzt haben. In 16 Fällen lautet die Anklage auf Mord, in zwölf weiteren auf Totschlag. Eine Patientin soll er auf Verlangen getötet haben.

Schon vor Unterbrechung der Verhandlung hatte sich der Ton im Gerichtssaal verschärft. „Jetzt reicht’s“, empörte sich Strafverteidiger Jürgen Fischer, als das Gericht zum zweiten Mal seinen Antrag auf Anhörung eines weiteren Sachverständigen zurückwies. Der Richter bat daraufhin um „mehr Anstand“ vor Gericht.

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