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Keine "sauberen Geschäfte" im Ländle

Feldkirch - AK-Vizepräsidentin Manuela Auer Auer kritisiert die Auslagerung der Reinigungskräfte beim Land, den Gemeinden und den Landesbetrieben. Sie fordert Land und Gemeinden auf, das Reinigungspersonal wieder selbst zu beschäftigen.

Die damit verbundenen “Einsparungen” passieren nach Aussage von Manuela Auer letztlich nur auf die Kosten der Beschäftigten. “Nur noch Reinigungsaufträge vergeben und sich nicht mehr um die MitarbeiterInnen kümmern – das geht nicht”, so Auer. Öffentliche Verwaltungen und Unternehmen hätten hier eine besondere Vorbildfunktion. Auer fordert deshalb, die Reinigungskräfte nach dem Gehaltsschema des Landes, der Kommunen und der landeseigenen Unternehmen zu entlohnen und mittelfristig die Reinigung wieder in Eigenregie zu betreiben.

Die Tendenz zum Auslagern von Reinigungsdiensten sei ungebrochen. Um damit aber tatsächlich Kosten senken zu können, werde letztlich bei den Löhnen der Beschäftigten – fast ausschließlich Frauen – gespart, sagt Auer. So würde eine einfache Reinigungskraft im Gemeindedienst bzw. in Landesunternehmen zwischen 1.350 und 1.540 EURO brutto im Monat verdienen (40 Stunden Woche), bei den Privaten laut Kollektivvertrag allerdings nur rund 1.220 EURO – eine Differenz von bis zu 320 EURO. Zusätzlich gebe es im Landes- und Gemeindedienst, unabhängig von den alljährlichen Lohnerhöhungen, alle zwei Jahre Gehaltsvorrückungen.

Niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen

Besonders schwierig sei die Situation im Reinigungsgewerbe für teilzeitbeschäftigte Frauen, die weit unter 1000 EURO verdienen würden und von ihrem Lohn kaum leben könnten. „Unerträglich, dass einige Unternehmen im Lande sich dann auch noch weigern, Überstunden und Zulagen zu bezahlen und Lohnzettel zu spät oder gar nicht aushändigen”, ärgert sich Auer.

Der Verdrängungswettbewerb unter den Privaten wirke sich zudem negativ auf die Arbeitsbedingungen aus. „Um billig sein zu können, werden den Reinigungskräften Zeitvorgaben auferlegt, die sie nur schwer erfüllen können.” Gespart werde zudem am Reinigungsmaterial und den Reinigungsmitteln, was die Arbeit noch zusätzlich erschwere und zu erheblichen Mehrbelastungen führe.

Lohndumping verhindern

Um Lohndumping auf Kosten der Beschäftigten zu verhindern, verlangt Auer, die ausgelagerten Reinigungskräfte nach dem Gehaltsschema des Landes, der landeseigenen Betriebe und der Gemeinden zu entlohnen.

Mit einer ähnlichen Regelung habe es im Bereich der Arbeitskräfteüberlassung bereits sehr gute Erfahrungen gegeben. So würde ein Leiharbeiter jeweils jenen Lohn erhalten, den auch die fest angestellten KollegInnen im Beschäftigerbetrieb laut Kollektivvertrag erhalten würden. „Eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Lohndumping”, betont Auer.

Übernahme gefordert

Garantiert werden könnten Arbeitsplatzsicherheit und gerechte Löhne allerdings nur, wenn die Reinigungskräfte wieder von den öffentlichen Verwaltungen und Landesunternehmen angestellt werden. “Rein aus Kostengründen wäre dies überhaupt kein Problem”, so die AK-Vizepräsidentin. “Denn die tatsächlichen Einsparungen durch die Auslagerung der Reinigungsdienste sind für die Betriebe, das Land und die Gemeinden oftmals sehr gering.” Der Grund: “Die privaten Reinigungsunternehmen müssen Gewinn machen – das schlägt sich auch auf die Gesamtkosten für die Reinigung nieder.”

 Auch in Vorarlberg gebe es landeseigene Betriebe, die ausgelagerte Reinigungskräfte nun wieder selbst beschäftigen würden und damit sehr gute Erfahrungen gemacht hätten. „Wir sind damit zufrieden, vor allem was die Qualität der Reinigung betrifft”, heißt es dazu. Für Manuela Auer ist klar: “Diese Möglichkeit sollten auch alle anderen Unternehmen – öffentliche wie private – ernsthaft prüfen.”

Quelle: FSG

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