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"Keine Mehrheit für Atomkraftwerke"

Bregenz - Vorarlbergs Grüne und die Grünen aus dem Schweizer Kanton St. Gallen haben am Donnerstag ihre Antik-AKW-Haltung bekräftigt.

Bernd Bösch (Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag) und Meinrad Gschwend (Kantonsrat St. Gallen) betonten in einer gemeinsamen Pressekonferenz die Notwendigkeit einer Energiewende. Gschwend zeigte sich überzeugt, dass das Bekenntnis des Schweizer Bundesrats zur „Notwendigkeit Atom“ realpolitisch folgenlos bleiben werde.

Atomenergie sei ein teures und gefährliches Auslaufmodell, sagte Gschwend. Dessen sei sich die Schweizer Bevölkerung bewusst, die in der Mehrheit keine neue AKW wolle. Stattdessen wünschten sich die Bürger endlich Taten statt Worte für mehr Energieeffizienz und die Förderung von erneuerbaren Energien.

Die Schweiz sei ab 2008 zu 100 Prozent in den europäischen Strommarkt integriert. Dieser werde auch aus der Windenergie gespeist, die in zehn Jahren die Atomenergie überholt haben werde, so Gschwend. „Die Grünen setzen deshalb auf erneuerbare Energien wie Wind, Solar und Biomasse“, sagte der Kantonsrat. Ob und wie stark es den Schweizern künftig an Strom mangeln werde, hänge in erster Linie davon ab, wie sich die Nachfrage entwickle. „Diese Nachfrage lässt sich mit energiepolitischen Mitteln wesentlich beeinflussen“, betonte Gschwend. Riesiges Potenzial liege etwa in der Sanierung von Gebäuden oder im Stromverbrauch von Haushaltsgeräten. „Je stärker die künftige Nachfrage nach Strom mit politischen Mitteln gedrosselt wird, desto mehr Spielraum besteht, um die restliche Stromlücke auf umweltverträgliche Art zu decken“, argumentierte der Kantonsrat.

Bernd Bösch betonte, dass der Schlüssel zu einer echten Energiewende auch in Vorarlberg in der Energieeffizienz liege. Vor dem Hintergrund der Atomenergie-Diskussion in der Schweiz und des Widerstands gegen die Atomenergie in Vorarlberg müsse das Land seine klare Anti-AKW-Haltung mit einer konsequenten Politik für eine Energiewende in Vorarlberg untermauern. „Wenn Vorarlberg eine derartige Vorreiterrolle übernimmt, stärken wir damit auch die Initiativen in der Schweiz, die sich gegen den Ausbau der Atomkraft wehren“, sagte Bösch.

Die Schweizer Regierung hat vor Kurzem beschlossen, drohende Energielücken durch den Bau neuer Atomkraftwerke schließen zu wollen. Vorarlberg spricht sich strikt gegen diese Entscheidung aus und hat in dieser Frage auch Rückendeckung seitens der österreichischen Bundesregierung.

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