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Keine Abschiebung: Familie Broyan darf in Vorarlberg bleiben

Happy End für Familie Broyan. Die Familie aus der Ostukraine darf in der neuen Heimat Vorarlberg bleiben.
Happy End für Familie Broyan. Die Familie aus der Ostukraine darf in der neuen Heimat Vorarlberg bleiben. ©VN/handout
Der Familie Broyan aus der Ukraine drohte die Abschiebung, obwohl sie bestens in Vorarlberg integriert waren. Der Anwalt der Familie hat um ein Bleiberecht gekämpft – mit Erfolg.

Wie die VN berichten, hat die Bezirkshauptmannschaft Bregenz das Ansuche auf eine Rot-Weiß-Rot-Card von Vater Knyaz Broyan genehemigt. Damit endet die fast vierjährige Odysee der ursprünglich aus dem Bürgerkriegsgebiet Donbass in der Ukraine stammenden Familie.

Eigentlich wollte die Familie nur eine ganz normale Aufenthaltsgenehmigung, um in Österreich leben, lernen und arbeiten zu können. Beide Eltern, Vater Knyaz und Muter Olena, haben ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen, der Vater führte in der Heimat eine eigene Firma mit Niederlassung in Wien. Alles in allem gefragte Fachkräfte.

Asylantrag abgelehnt

Doch das Anliegen um einen Aufenthaltstitel bleibt lange unbeantwortet. Nach einem Jahr empfiehlt das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA), stattdessen einen Asylantrag zu stellen. Für die Familie aus dem Bürgerkriegsgebiet der vermeintlich schnellere weg. Doch mit der steigenden Zahl der Asylwerber ab Ende 2015 und eine restriktivere Spruchpraxis führten zur Ablehnung des Antrags, der Familie drohte die Abschiebung.

Jedoch war die Familie bereits gut in die Vorarlberger Gesellschaft integriert. Bei Freunden, Schulkameraden und Kollegen formierte sich schnell Widerstand. Vater Knyaz engagiert sich beim Roten Kreuz, der 15-jährige Sohn Eric ist mehrfacher Schwimmstaatsmeister und auf dem Gymnasium, seine Brüder sind auf der Musikvolksschule, die Kinder sprechen Dialekt.

Petiton an die Regierung

2.700 Menschen unterschreiben eine Petition an die Bundesregierung, der Staat bleibt aber hart. Als ein Vorarlberger Unternehmen zusagte, den Familienvater einzustellen, öffnete sich eine Tür für die Familie. Allerdings gab es immernoch ein Problem. Um die Stelle anzunehmen benötigt Knyaz Broyan eine Rot-Weiß-Rot-Card. Die muss er in der österreichischen Botschaft in der Ukraine beantragen.

Da Broyan jedoch die vergangenen dreieinhalb Jahre nicht arbeiten durfte fehlt das Geld, um mit der gesamten Familie wieder in die Ukraine zu fleigen und dort solange in einer Mietwohnung zu leben, bis der Antrag bewilligt ist. Freunde, Nachbarn und Unterstützer sammeln bis genug zusammen ist, um der Familie die Flugtickets in die Heimat zu bezahlen.

Happy End

Seit einer Woche ist die Familie nun wieder in Bregenz, im Juli kann Knyaz Broyan endlich anfangen zu arbeiten, die Söhne können wieder zu ihren Schulfreunden. Gegenüber der VN spricht der Familienvater seine Dank aus: “Wir möchten uns von ganzem Herzen bei allen bedanken, die uns geholfen haben. Besonders bei unserem Anwalt Dr. Jehle, aber auch bei allen Freunden. Zudem haben ganz viele Menschen die Petition unterschrieben, viele kennen wir gar nicht. Auch dafür möchte ich mich bedanken.”

(red/VN)

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