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Kein Stau am Himmel

Autonome Flugtaxis werden kommen. Für Andreas Perotti (34) steht das außer Frage.
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Wenn wieder einmal gar nichts mehr geht auf den Straßen, dann darf man ja zumindest davon träumen: Einfach abheben und auf direktem Weg zum Ziel fliegen. Geht ja in Science-Fiction Filmen längst. Und nicht nur dort. Auch in China fliegen erste Drohnen mit Passagieren an Bord. Sie entstammen einer Kooperation des Oberösterreichischen Luftfahrtzulieferers FACC und dem chinesischen Startup EHang, Spezialist für künstliche Intelligenz und allem, was es an Software für selbstfliegende Drohnen so braucht. Andreas Perotti (34) ist Marketingleiter des Innviertler Betriebs mit 3400 Mitarbeitern weltweit. Auf die Bühne des Wirtschaftsforums hat er das autonome Lufttaxi „EHang 216“ mitgebracht. 16 kleine Rotoren, angetrieben von 16 Elektromotoren und 16 unabhängig arbeitenden Batterien: 380 Kilogramm wiegt die Riesendrohne, kann zwei Passagiere und deren Gepäck transportieren und wird bereits in ein paar Wochen in Serie produziert. Mit 300.000 Euro ist sie noch nicht einmal spektakulär teuer, soll mit der Produktion in größeren Stückzahlen noch erschwinglicher werden und die Mobilität revolutionieren. „Es ist keine Frage, dass autonome Flugtaxis kommen werden, es nur die Frage, wann das der Fall sein wird“, so Perotti im Gespräch mit den VN. Beim Zeitpunkt werde es regionale Unterschiede geben. In asiatischen Ländern steht die Zukunft vor der Tür. Die westlichen Länder werden mit einiger Verzögerung folgen. Technologisch sei alles geklärt. „Die autonomen Flugtaxis sind einsatzbereit.“ Offen ist, wie rasch die regulatorischen Hürden genommen werden können. „Sicherheit steht an oberster Stelle.“ Es brauche eine gute und strenge Regulierung, sagt Perotti. Allerdings dürfe keine Zeit verschwendet werden. Ein ­Milliardenmarkt könnte für Europa verloren gehen, so der Appell des Marketingchefs von FACC.

7000 Flugstunden, 2000 davon mit Passagieren, hat das autonome Flugtaxi „made in Oberösterreich“ bereits absolviert. Und das ohne jegliche unerwarteten Vorkommnissen, wie Perotti versichert. Allerdings warte schon noch Arbeit auf die Verantwortlichen. Regulatorisch stelle die Einbindung in die klassische Luftfahrt die größte Herausforderung dar.

Service soll leistbar sein

Andreas Perotti zweifelt keine Sekunde am Durchbruch der autonomen Fliegerei. „Bevor wir autonom fahren, fliegen wir“, ist er überzeugt und liefert die Argumente gleich mit. „Kein Gegenverkehr, keine Kreuzungen und Ampeln und keine Kinder, die plötzlich auf die Straße springen können.“ Die Komplexität in der Luft sei einfach geringer.

Für den Durchbruch müssten Flüge mit der Drohne leistbar sein. Der „EHang 216“ soll kein Spielzeug für Superreiche sein, sondern im Taxi-Einsatz den Konsumenten nicht teurer wie auf vier Rädern oder eine Mitfahrt bei Uber kommen. Einsatzgebiete ortet das Unternehmen auch abseits der Personentransporte. Schon jetzt sind Drohnen des Unternehmens im Cargo-Dienst. Hier werde auch das Angebot weiter ausgebaut.

Während in China die ersten Flugtaxis bereits fliegen, wartet der „EHand 216“ hierzulande noch auf die Erprobungsbewilligung. Die soll es bereits nächstes Jahr geben. Ein Start 2025 scheint derzeit nicht unrealistisch.

Wenn irgendwann alle fliegen, wird es wieder Platz auf den Straßen geben und der Stau nach oben verlagert? Wohl eher nicht. Schließlich seien autonome Luftfahrzeuge kein Ersatz fürs Auto, sondern eine Ergänzung. Und der Himmel bietet Platz ohne Ende. Staumeldungen von dort schließt Perotti jedenfalls aus. „Bis dahin können wir uns von A nach B beamen“.

Zur Person

Andreas Perotti Marketingleiter des börsennotierten Flugzeugkomponentenherstellers FACC mit Sitz in Ried im Innkreis Geboren: 1985 in Linz Laufbahn Europäische Nachbarschaftspolitik im Kosovo und in Israel, Europäisches Parlament, Sprecher Finanzministerium, Senior Consultant einer PR-Agentur, Pressesprecher der Telekom Austria Group.

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