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Kein Platz am Molo

Bregenz - Ist die Jugend am Molo willkommen? Ja – sagt die Stadt. Nein – sagen Jugendliche.
Facebook-Gruppe: Nein zum Molo-Verbot
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Kaum sind die neuen Hafenanlagen in Bregenz eröffnet, sorgen sie für Gesprächsstoff: Jugendgruppen würden von der Stadtpolizei gezielt vom Molo vertrieben werden. Man stütze sich dabei auf eine entsprechende Verordnung, die etwa das Betreten von Grünflächen verbietet. Das kritisiert zumindest die dafür gegründete Facebook-Gruppe „Nein zum Molo-Verbot“, die mittlerweile über 360 Mitglieder hat. „Letzte Woche hat die Stadtpolizei angefangen, junge Leute grundlos wegzuschicken. Es wurde angekündigt, dass ab dieser Woche angezeigt wird. Von der Stadtpolizei wurde uns gesagt, dass es Beschwerden seitens der Festspielbesucher gab“, meint Kurt Bührle von der Sozialistischen Jugend, der für die Betroffenen nun das Wort ergreift. „Bregenz kann nicht nur für Festspielbesucher da sein. Seit Jahrzehnten ist das Molo ein Treffpunkt. Natürlich gibt es eine Minderheit, die herumpöbelt. Aber die Mehrheit hinterlässt keinen Müll oder benimmt sich schlecht. Die Jugend ist Teil der Stadt und kein Problem, dass man wegverordnen könnte“, kritisiert er.

„Alle willkommen“

Man habe vonseiten der Stadt aus kein Interesse daran, junge Menschen vom See zu vertreiben, meint Stadtrat Michael Rauth, der Bürgermeister Linhart in dessen Urlaubszeit vertritt: „Grundsätzlich sind in den Seeanlagen alle willkommen. Es gab von der Politik jedenfalls keinen Hinweis, in der Festspielzeit gegen Jugendliche restriktiver vorzugehen.“ Falls aber gegen Regeln verstoßen werden, müsse man dies auch ahnden: „Es gab Beschwerden bei der Polizei, die dann nach dem Rechten sehen muss. Das Betreten der Grünflächen ist eben verboten.“ Man werde die Verordnung aber „wie schon in der Vergangenheit auch in der Zukunft nicht streng auslegen.“ Am Dienstag gab es ein Treffen zwischen Rauth und Bührle, in dem man sich darauf verständigte, dass die Polizei gegen Jugendliche – sofern sie sich korrekt verhalten – nicht vorgehen werde. Anzeigen werde es nur bei gröberen Verstößen geben. „Falls es doch der Fall sein sollte, werden wir Maßnahmen ergreifen. Zum Beispiel einen Flashmob organisieren“, kündigt Bührle an.

Verboten ist in den Bregenzer Seeanlagen laut Verordnungen:

– Bäume zu erklettern.
– Grünflächen zu betreten.
– die Seeanlagen als Nachtruheplatz zu benützen.
– das Becken des Springbrunnens beim Symphonikerplatz zu betreten.
– die Seeanlagen zwischen Strandbadgelände und Ostmole für Badezwecke zu benützen.
– Hunde frei laufen zu lassen.
– Ball- und Wurfspiele oder andere Spiele durchzuführen.
– das Mitbringen von Glasflaschen oder Trinkgläsern.

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