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"Kein Einsatz ist wie der andere"

Der Vorarlberger Trinkwasserspezialist Werner Meisinger übernimmt Rotkreuz-Einsatz in Haiti.
Meisinger packt seine Sachen

Am 08. März 2010 wird das ERU-Team “Sanitation” des Österreichischen Roten Kreuzes, welches in Leogane für den Bereich der vorsorgenden Hygiene und Wasserversorgung zuständig ist, mit Werner Meisinger einen neuen Leiter erhalten. Dem Vorarlberger Landesrettungskommandanten stehen dabei drei weitere Österreichischer sowie je ein kroatischer und ein kapverdischer Rotkreuz-Mitarbeiter zur Seite. Meisinger ist ein erfahrener Mitarbeiter, der sowohl als Rotkreuz-Helfer wie auch als EU-Experte immer wieder in die Katastrophengebiete rund um den Globus entsandt wird. Erst im Herbst war er als EU-Experte auf der Südseeinsel Samoa im Einsatz.

Hilfgüter für das Erdbebengebiet

Seit dem dritten Tag des Erdbebens auf Haiti sind auch Experten des Österreichischen Roten Kreuzes vor Ort und unterstützen gemeinsam mit 600 internationalen Rotkreuz-Kollegen die Mitarbeiter und Freiwilligen des Haitianischen Roten Kreuzes. Das österreichische ERU-Team, das jeweils nach mehreren Wochen ununterbrochener Arbeit von einem Nachfolgeteam abgelöst wird, arbeitet mit Hochdruck an der Versorgung der Menschen mit grundlegenden sanitären Einrichtungen in und um Leogane. Laufend schickt das Österreichische Rote Kreuz weitere Hilfsgüter in das Erdbebengebiet. Seuchenprävention durch die Errichtung von Abwasser- und Müllentsorgungssystemen und der Bau von Latrinen sind die vorrangigen Arbeiten des internationalen Teams, das in Leogane stationiert ist, rund eine Autostunde außerhalb der Haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince.

“Phase der Akuthilfe ist abgeschlossen”

“Die Phase der Akuthilfe und Notversorgung der ersten Hilfsteams ist bereits abgeschlossen. Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit vor Ort ist deshalb vorwiegend die Seuchenprophylaxe”, konstatiert Meisinger gegenüber VORARLBERG ONLINE. “Einerseits durch Produktion von sauberen Trinkwasser, im Weiteren durch Schulung der Bevölkerung in Hygiene Maßnahmen, Latrinenbau, Bewältigung des Abwasserproblems und der Müllentsorgung”, führt der Trinkwasserspezialist weiter aus. “Viele Menschen ziehen inzwischen aus den Camps wieder in ihre ehemaligen Wohngebiete, stellen auf den Ruinen der Häuser ihre Zelte auf. Diese Situation wirkt sich auf unsere bevorstehende Tätigkeit erschwerend aus, da die ganze Lage unübersichtlicher wird. Hinzu kommt die bald einsetzende Regenzeit. Wir haben jedoch alle für jedes Wetter entsprechende Schutzbekleidung. Kein Einsatz ist wie der andere und deshalb sehe ich die vielen neuen Aufgaben in der Seucheprophylaxe als große Herausforderung. Die Aufgaben unterscheiden sich deutlich zu denen der Akuthilfe. Eigentlich ist es eine Art der Entwicklungshilfe.”

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