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Kaum noch Hoffnung auf Überlebende im Iran

Erschwert wurden die Bergungsarbeiten durch die große Zahl von Leichen in den Straßen der Stadt Bam, überfüllte Friedhöfe, bitterkalte Nächte und Plünderungen.

Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben im Iran haben Rettungskräfte kaum noch Hoffnung, Überlebende in den Trümmern zu finden. Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Todesopfer des Bebens vom Freitag auf 30.000 steigen könnte.

Ein UNO-Vertreter, der die Sucheinsätze koordiniert, sagte, die Suche werde am Montag noch bis in die Nacht fortgesetzt. Dann werde entschieden, ob weitere Aktionen sinnvoll seien. Ein Hilfskonvoi des UNHCR mit 1.000 Zelten, 10.000 Decken und 3.000 Matratzen sollte Montagnachmittag Bam erreichen. Rund 100.000 Menschen sind nach Schätzungen von Hilfsorganisationen in dem Gebiet obdachlos geworden. Das deutsche Technische Hilfswerk hat die Suche nach Überlebenden am Montag eingestellt.

Aus Angst vor Seuchen versuchten die Behörden die Leichen möglichst schnell zu beerdigen. Entgegen moslemischen Sitten werden die Toten nicht mehr gewaschen. Drei Tage nach dem Beben wurden insgesamt bereits 25.000 Tote aus den Trümmern geborgen und beerdigt.

Auf dem kleinen Flughafen von Bam standen rund ein Dutzend Flugzeuge mit Hilfsgütern. Behindert wurden die Hilfsorganisationen durch vereinzelte Plünderungen. Mit Kalaschnikows bewaffnete Männer stahlen in Bam unter anderem Zelte des Roten Halbmonds.

Irans geistliches Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei, besuchte am Montag Bam: „Wir teilen ihren Schmerz, die Toten sind unsere Kinder. Wir werden Bam wieder aufbauen, stärker als zuvor”, kündigte er in der zu 70 Prozent zerstörten Stadt an. Präsident Mohammed Chatami wurde gegen Mittag in der historischen Stadt erwartet.

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