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Kassiererin wegen 1,36 Euro gekündigt

Friedrichshafen (D) - Eine Friedrichshafener Bäckereifiliale entließ eine Kassierin firstlos, da 1,36 Euro in der Kasse fehlten, berichtet der Südkurier. Kurz zuvor war etwas zu viel in der Kasse gewesen.

Dreieinhalb Jahre lang arbeitet eine Verkäuferin in einer Friedrichshafener Bäckereifiliale ohne Fehl und Tadel. Dann stellen vom Arbeitgeber beauftragte Detektive bei zwei Testkäufen Unregelmäßigkeiten fest: Einmal ist zu viel in der Kasse, einmal zu wenig. Wegen eines Fehlbetrags von 1,36 Euro folgt schließlich die fristlose Kündigung.

„Der Fall erinnert mich irgendwie an den ‚Tatort‘ neulich”, sagt Gabriele Falch-Münnichshöfer, Rechtsanwältin aus Friedrichshafen dem Südkurier. Sie meint den Krimi „Kassensturz”. Auf einer Mülldeponie wird die Leiche des Gebietsleiters einer Discount-Kette gefunden. Als Kommissarin Odenthal in den Filialen ermittelt, bekommt sie Einblick in eine Branche, in der extremer Druck auf die Angestellten ausgeübt wird.

Diesen Druck hat auch die Häfler Bäckereiverkäuferin zu spüren bekommen. 900 Kunden pro Tag, samstags sogar bis zu 1500, hat sie im Schnitt mit zwei Kolleginnen bedient. Zu wenig Personal, defekte Kassen und unbezahlte Pausen gehören für die 40-Jährige zum Alltag.

Das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen bringen jedoch Detektive mit ihren Testkäufen in der Filiale. Das eine Mal wird ein Überschuss von 1,06 Euro, das andere Mal ein Fehlbetrag von 1,36 Euro festgestellt. Der Chef lässt die Verkäuferin in der Filiale abholen und stellt sie in der Zentrale zur Rede. Wenn sie die Unterschlagung zugebe, werde auf eine Anzeige verzichtet. Die Frau beteuert jedoch ihre Unschuld und erhält prompt die fristlose Kündigung.

 

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