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Karfreitag: Kirchen protestieren in Wien gegen den "persönlichen Feiertag"

Der Karfreitag wurde von der Regierung als Feiertag abgeschafft.
Der Karfreitag wurde von der Regierung als Feiertag abgeschafft. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Am Karfreitag protestieren Vertreter aus allen betroffenen Kirchen gegen den von der Regierung eingeführten "persönlichen Feiertag". Die Vertreter der Religionsgemeinschaften treffen sich in Wien.
Karfreitag zum ersten Mal kein Feiertag
Karfreitag wird "persönlicher Feiertag"

Die von der Streichung des Karfreitag-Feiertags betroffenen Kirchen setzen in der Karwoche ein friedliches Zeichen. Vertreter der Religionsgemeinschaften treffen sich Karfreitag Mittag in der Wiener Innenstadt, um auf die Bedeutung ihres höchsten Feiertags aufmerksam zu machen. Die SPÖ macht eine eigene Protestaktion am Gründonnerstag.

“Halber Feiertag” wich “persönlichem Feiertag”

Die Regierung hat ja in Folge eines EuGH-Urteils den freien Karfreitag für evangelische Christen, Methodisten und Altkatholiken gestrichen. Eingeführt wurde im Gegenzug ein “persönlicher Feiertag”. Der bedeutet, dass sich alle Arbeitnehmer einmal pro Jahr einen Urlaubstag auch gegen den Willen des Dienstgebers, allerdings aus ihrem eigenen Kontingent, nehmen können.

Ursprünglich hatte die Koalition einen halben Feiertag vorgeschlagen, was aber dem evangelischen Bischof Michael Bünker noch saurer aufgestoßen war. Denn die Hauptfeiern seiner Kirche zum Karfreitag finden am Vormittag statt. Das ist auch der Grund, warum die Protestaktion erst gegen Mittag stattfindet.

Protestaktion am Karfreitag

Vertreter aus allen Gemeinden werden sich vor der Reformierten Stadtkirche in der Wiener Dorotheergasse einfinden, um die Bedeutung des Karfreitags darzustellen und den Wert des Glaubens an sich für die Gesellschaft. Neben einem spirituellen Teil sind auch vermutlich einigermaßen politische Reden sowie eine Fotoaktion vorgesehen. Eintreffen werden die Gläubigen zwischen 11.30 und 12.30 Uhr, jeweils nach dem Ende ihres Gottesdienstes.

Sprechen werden unter anderen Superintendent Matthias Geist (Evangelische Kirche A.B), Landessuperintendent Thomas Hennefeld (Evangelische Kirche H.B.), Superintendent Stefan Schröckenfuchs (ev.-methodistisch) sowie Pfarrer Thomas Wetschka von der altkatholischen Kirche. Nicht dabei sind der evangelische Bischof Michael Bünker sowie der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner. Beide sind untertags bei Terminen in den Bundesländern.

Proteste auch außerhalb Wien geplant

Auch außerhalb Wiens sind Proteste geplant. In mehr als 20 Kirchen sollen “in Gedenken und Protest” dreißig Minuten lang Glocken läuten, was normal nicht üblich ist. In Vöcklabruck beispielsweise wurde sogar ein Partezettel für den Karfreitag, “gestorben am 27. Februar 2019” (dem Beschluss der Neuregelung im Nationalrat), aufgelegt.

Gleich eine ganze Aktionswoche hat die SPÖ unter dem Motto “KarFREItag für alle” in Angriff genommen. Parteichefin Pamela Rendi-Wagner wird dabei mit ihrem Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda am Gründonnerstag am Wiener Schottentor an einer Verteil-Aktion teilnehmen. Die Sozialdemokraten wollen, dass der Karfreitag für alle zum Feiertag wird.

(APA/red)

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