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Kardinalfehler bei der Scheidung

Der Schuldige ist dem geschiedenen Ehepartner ggü lebenslang unterhaltspflichtig.
Hier weitere Rechtsthemen.

Gelingt Ehepartnern keine Scheidung im Einvernehmen (Einigung über Obsorge, Kontaktrecht, Kindesunterhalt, Scheidungsunterhalt und Vermögensaufteilung), müssen sie einen Scheidungsprozess führen. Bei diesem prüft das Gericht, welche Eheverfehlungen die Ehepartner begangen haben. Es spricht aus, welcher Teil an der Scheidung schuld ist. Dieser wird dem anderen gegenüber – lebenslang – unterhaltspflichtig.

Der untreue Ehepartner
Diese schwerwiegende Unterhaltsfolge hat ihre Ursache oft in der Unwissenheit der Ehepartner, was alles als Eheverfehlung (Scheidungsgrund) gilt. Weit verbreitetet ist etwa der Irrtum, dass eine Beziehung zum anderen Geschlecht nur dann als Untreue gewertet wird, wenn es zu Intimkontakten gekommen ist. Tatsache ist aber, dass u. U. auch eine bloß freundschaftliche Beziehung, auch nicht ehebrecherischer Art, eine Untreue ist, wenn der Eindruck einer ehewidrigen Beziehung erweckt wird. Vielfach unbekannt ist, dass die Treuepflicht auch während des gesamten Scheidungsverfahrens gilt. Ein Kardinalfehler ist es, wenn ein Ehepartner denkt, dass die Ehe ohnehin schon zerrüttet ist und aus der Ehewohnung auszieht. Nicht selten wird dies vom anderen Ehepartner schamlos ausgenützt und im Scheidungsprozess als „böswilliges Verlassen“ geltend gemacht. Ein Auszug ist nur ratsam, wenn der Ehegatte im Vorhinein schriftlich zustimmt.

Zu vertrauensselig?
Auch zu große Vertrauensseligkeit ist oft problematisch. Ein untreuer Ehepartner gesteht reuig eine Affäre ein. Der andere vertraut darauf, dass der untreue Partner auch bei der Scheidung zu seinem Wort steht. Er unterlässt es, sich um weitere Beweise für die Untreue des Ehegatten zu kümmern. Der andere Ehepartner erfährt zwischenzeitlich von den schwerwiegenden unterhaltsrechtlichen Folgen seines Fehltritts. Bei der Scheidung will er dann von der eingestandenen Affäre plötzlich nichts mehr wissen. Ein perfides, eigentlich betrügerisches Verhalten, das leider nicht selten vorkommt.

Ausspionieren des Ehepartners
Es muss nicht immer ein Treueverstoß sein, der einen wichtigen Scheidungsgrund darstellt. Auch eine Häufung kleinerer Verfehlungen kann das Verschulden am Eheende begründen. Verfehlungen im Zusammenhang mit den modernen Kommunikationsmitteln sind an der Tagesordnung. Es macht sich schuldig, wer sich Zugang zu Dateien und E-Mails auf dem Computer seines Ehegatten verschafft, wer dessen Nachrichten oder WhatsApps abfotografiert oder Chats überprüft. Auch wer Äußerungen seines Ehepartners aufnimmt oder diesen sonst überwacht oder ausspioniert, setzt einen Scheidungsgrund. Manchmal ist eine solche „Beweissicherung“ aber unvermeidlich, um dem Ehepartner Verfehlungen nachweisen zu können. Ihr Anwalt informiert, wie weit Sie hier gehen dürfen oder sollten.  Ein Irrglaube ist, dass das Verschulden auch bei der Aufteilung des Vermögens eine Rolle spielt. Auch der schuldige Teil bekommt seinen Anteil am ehelichen Vermögen, meist 50 %.

Dr. Anton Tschann, Rechtsanwalt in Bludenz
Dr. Anton Tschann, Rechtsanwalt in Bludenz ©Dr. Anton Tschann, Rechtsanwalt in Bludenz

“Ehepartner sollte sich frühzeitig erkundigen, was alles als Eheverfehlung gewertet wird. Gerade hinsichtlich der Treuepflicht existieren grobe Wissenslücken.”

Kurz informiert
Auch ein bloß freundschaftlicher Kontakt zu einer Person des anderen Geschlechts, ohne Intimkontakte, kann von Gericht unter bestimmten Umständen als schwere Eheverfehlung gewertet werden. Das Wissen um die Verfeh-lungen des Partners nützt bei der Scheidung nichts, wenn man über keine Beweise verfügt. Der Rat des Scheidungsspezialisten ist unverzichtbar.

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