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Kardinal Scheffczyk: Beisetzung in Bregenz

Der deutsche Theologe und Kardinal Leo Scheffczyk ist am Marienfeiertag (8.12) im Alter von 85 Jahren in seiner Münchner Wohnung an den Folgen einer schweren Erkrankung gestorben.

Die feierliche Beisetzung erfolgt eine Woche später am Donnerstag (15.12.) im Kloster Thalbach in Bregenz, gaben das Erzbistum München und die geistliche Familie „Das Werk” auf der Homepage des Verstorbenen bekannt.

Am 14. Dezember um 10.30 Uhr wird im Münchner Liebfrauen-Dom, wo Scheffczyk am 13.12. aufgebahrt wird, mit Kardinal Friedrich Wetter ein feierliches Pontifikal-Requiem gefeiert. Am Tag der Beerdigung (15.12., 11.00 Uhr) zelebriert der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner in der Bregenzer Stadtpfarrkirche St. Gallus ein weiteres Pontifikal-Requiem. Anschließend erfolgt die Beerdigung auf dem Friedhof des „Werkes” im Kloster Thalbach in Bregenz. „Sein Sterben erfüllt uns mit Trauer, aber auch mit großer Dankbarkeit für alles, was er für die Kirche in seinem Leben gewirkt hat”, formulierten Kardinal Wetter und „Das Werk” in einer gemeinsamen Todesanzeige. Im Kloster Thalbach hat die internationale Gemeinschaft der geistlichen Familie „Das Werk”, der Scheffczyk Jahrzehnte lang angehörte, ihre Zentrale und ihren Friedhof.

Der 85-jährige Theologe galt als einer der herausragenden Dogmatik-Gelehrten der katholischen Kirche. Scheffczyk stand für konservative Positionen. So plädierte er energisch für das Festhalten an der Ehelosigkeit für Priester. Zwar sei der Zölibat kein Dogma, aber eine solch alte Tradition dürfe man nicht einfach über Bord werfen, hatte er einmal erklärt. Auch ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten lehnte er strikt ab. Papst Benedikt XVI. hatte am Freitag mit „tiefer Trauer und innerer Bewegung” auf die Todesnachricht seines Weggefährten reagiert. Der Papst würdigte die Glaubenstreue und Bescheidenheit Scheffczyks.

Papst Johannes Paul II. hatte Scheffczyk im Jänner 2001 in den Kardinalsrang erhoben. Der Theologe und Marien-Experte war bereits 81 Jahre alt und hatte damit die Altersgrenze für eine Teilnahme an der Papstwahl überschritten. Der am 21. Februar 1920 in Beuthen in Oberschlesien geborene Scheffczyk begann 1938 in Breslau das Theologiestudium. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft vollendete der Heimatvertriebene das Studium in Freising, wo er 1947 von Kardinal Michael Faulhaben zum Priester geweiht wurde. Der Dogmatiker (1985 Emeritierung in München) hat mehr als 1.200 Werke veröffentlicht, darunter das erste deutsche Marienlexikon in sechs Bänden. Scheffczyk hatte auch einen Ehrendoktortitel der Opus-Dei-Universität Pamplona.

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