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"Kann meine Frau nicht verbrennen lassen!"

Zwei Tage nach der Brandkatastrophe steht Otto Fischer (75) vor dem Nichts. Kleidung und Möbel fielen den Flammen zum Opfer. Jetzt suchen Fischer und seine kranke Frau ein neues Zuhause.  

Es ist Montagabend. Otto Fischer schaut gerade das Fußball-Länderspiel der Damen. 2:0 sind die Deutschen gegen Frankreich in Führung gegangen. Dann raucht es aus dem erst vier Jahre alten Ferngerät.

„Ich habe sofort den Stecker herausgezogen, aber der Rauch ist stärker geworden. Ich habe eine Decke über den Fernseher getan und wollte ihn zum Fenster hinauswerfen. In dem Moment hat es geknallt und das Gerät ist explodiert“, erzählt Fischer. Der Rentner wird nach hinten geschleudert. Wohin weiß er nicht mehr genau. Vermutlich auf den Rücken, denn dort hat er einige blaue Flecken. „Dann hat es schon gebrannt, aber wie! Ich bin aufgekrochen und nach draußen, wo mir einfallen ist, dass meine Frau noch drinnen ist. ‚Herr Fischer, gehn sie ja nimma da nei‘, hat eine Nachbarin zu mir gesagt. Überall hat es gebrannt und der Rauch ist schon zu Haustür herausgekommen“, berichtet der 75-Jährige weiter.

Fischer geht trotzdem wieder in die Wohnung und rettet seine kranke Frau. „Was hätte ich tun sollen? Ich kann meine Frau doch nicht da drinnen verbrennen lassen!“ Zwei Tage nach dem Brand steht der 75-Jährige vor dem Nichts. Arbeiter tragen verkohlte Elektrogeräte, kaputte Möbel und die Überreste eines Teppichs aus seiner Wohnung in der Bregenzer Achgasse. Das, was von der Decke übrig geblieben ist, wird herausgerissen. Fischer steht fassungslos daneben.

Vor sechs Jahren hatte ein Wasserschaden die Wohnung der Fischers völlig zerstört. „Damals haben wir dreieinhalb Monate in einer Pension gelebt“, erinnert sich Fischer an die schwere Zeit. Und an den Arger mit der Versicherung, die nicht alles zahlen wollte. Im Moment wohnen die Fischers bei der Tochter in Hörbranz. Doch hier können sie nur eine Woche bleiben. Ab dann ist das Gasthaus ausgebucht. Bei der Stadt Bregenz hätte man schon zwei Wohnungen für die Fischers gefunden. „Die in der Arlbergstraße ist allerdings nicht möbliert und die in der Achsiedlung hat keinen Lift“, schildert Bürgermeister Markus Linhart das Problem. Für zwei bis drei Monate suchen die Fischers eine moblierte Unterkunft. Aufgrund der Krankheit seiner Frau sollte diese im Erdgeschoß liegen oder per Lift zu erreichen sein.

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