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"Kann man nicht bestellen"

Landeshauptmann Herbert Sausgruber überreichte am Montag dem gebürtigen Feldkircher Christian Futscher das mit 6.540 Euro dotierte Literaturstipendium 2006 des Landes Vorarlberg.

“Eine gute Literaturszene kann man nicht bestellen, sie lebt immer wieder von der Qualität einzelner, herausragender Menschen”, führte Kulturreferent Landesstatthalter Hans-Peter Bischof in seiner Ansprache im Landhaus in Bregenz an.

Der Literaturbetrieb war in den letzten Jahren starken Wandlungen unterworfen, die Marktsituation hat sich aufgrund der neuen Medien rasant verändert – so auch in Vorarlberg, betonte Landesstatthalter Bischof. Zudem habe sich das Leseverhalten in Bezug auf anspruchsvolle Literatur in letzter Zeit sehr positiv entwickelt. Dadurch sei es für einzelne Autoren schwieriger geworden, sich bei renommierten Verlagen zu etablieren und damit entsprechende Auflagen für ihre Werke zu bekommen – Bischof: “Gerade deshalb sind unterstützende Maßnahmen notwendig, wie beispielsweise durch das Literaturstipendium des Landes. Sie helfen in erster Linie, dass sich ein Autor künstlerisch vertiefen kann, können ihn ins öffentliche Blickfeld rücken und bringen gleichzeitig auch jene finanzielle Absicherung, die den Schriftstellern die Konzentration auf das künstlerische Arbeiten erleichtert. Das fördert wiederum die notwendige und vorhandene Qualität im literarischen Schaffen, was notwendig ist, um das Interesse eines renommierten Verlages zu wecken.”

50 Bewerber

Mit seinem eingereichten Text “Zwischenwasser – Ein Heimatroman” hat sich Christian Futscher unter den insgesamt 50 Mitbewerberinnen und Mitbewerbern durchgesetzt. “Die seit 2004 geänderten Ausschreibungsrichtlinien haben nun erstmals zu einer Zweitvergabe an einen Autor geführt”, so Landesstatthalter Bischof. “Diese beinhalten den Passus, dass Literaturschaffende, die das Landesstipendium bereits erhalten haben, sich nach Ablauf einer 10-Jahresfrist erneut bewerben können. Christian Futscher erhält nun nach 1992 zum zweiten Mal das Landesstipendium für Literatur.”

Die Jury begründet ihre Empfehlung wie folgt: “Der Text schafft einen originellen Zugang zum Thema, Kindheit und Jugend’. In unaufdringlichem, flüssigem Erzählrhythmus gelingen dem Autor witzig pointierte Skizzen und Betrachtungen seiner Vorarlberger Heimat.”

Christian Futscher ist 1960 in Feldkirch geboren und übersiedelte nach dem Studium der Germanistik und Romanistik von Salzburg nach Wien, wo er als Autor lebt. Neben dem Literaturstipendium des Landes hat er zweimal das Staatsstipendium für Literatur und verschiedene Preise erhalten. 1998 nahm er beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb teil. Im Jahr 2005 wurde ihm zudem die Fördergabe für Kunst des Landes Vorarlberg zuerkannt.

Mit insgesamt elf Einzelpublikationen (darunter “was mir die adler erzählt” oder “Dr Vogel oder Ach was!”) und Veröffentlichungen in diversen Anthologien weist Christian Futscher ein beachtliches literarisches Schaffen auf.

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