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Kalifornien: Größte Evakuierungsaktion aller Zeiten

©AP
Das Ausmaß der Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien übersteigt alle Befürchtungen: Behörden sprechen von der schlimmsten Brandkatatastrophe und den umfangreichsten Evakuierungen aller Zeiten in Kalifornien.  

Mehr als eine halbe Millionen Menschen sind seit Dienstag auf der Flucht vor den Flammen, rund 1300 Häuser und knapp 170.000 Hektar Land sind bereits verbrannt. Mindestens ein Mensch kam bislang ums Leben, 45 wurden verletzt.

US-Präsident George W. Bush kündigte für Donnerstag einen Besuch im Katastrophengebiet an. Er wolle die Lage erkunden, Solidarität mit der Bevölkerung zeigen und dafür sorgen, dass die Verwaltung in Kalifornien hinreichend von den Bundesbehörden unterstützt werde, sagte Bushs Sprecherin Dana Perino am Dienstag.

Vor zwei Jahren war Bush für sein Krisenmanagement bei dem Desaster um Hurrikan „Katrina“ in New Orleans scharf kritisiert worden. Sprecherin Perino sagte, die Regierung habe ihre Lektion daraus gelernt, vor allem was die Koordination der Hilfen auf Bundesebene und vor Ort angehe. Bush wollte seinen Arbeitstag am Mittwoch mit einer Videokonferenz zu den Waldbränden beginnen.

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger sagte, die Brände verursachten „schreckliche und tragische Zerstörungen in unserem Bundesstaat“. Er sicherte seinen Mitbürgern zu, Feuerwehrleute und Behörden würden nicht eher ruhen, „bis jeder sicher ist“. Schwarzenegger sagte, drei Faktoren seien für die Katastrophe verantwortlich: „Sehr trockene Gebiete, sehr heißes Wetter, und dann noch eine Menge Wind.“

Im Prominenten-Wohnort Malibu wurden erneut mehrere Hollywood-Stars vor den Flammen in Sicherheit gebracht, wie das „People Magazine“ in seiner Online-Ausgabe berichtete. Unter anderen habe Schauspieler Mel Gibson mit seiner Familie sein Anwesen verlassen müssen. Sie hätten lediglich ihre Haustiere und ihre liebsten Fotos mitgenommen. Die Dreharbeiten zu mehreren Fernsehserien mussten unterbrochen werden – unter anderem, weil ein Hilfssheriff direkt vom Dreh zur Brandbekämpfung beordert wurde.

Seit Sonntag entzündeten sich im Süden Kaliforniens insgesamt 16 Brandherde, die Flammen fraßen sich rasend schnell durch ausgetrocknetes Busch- und Waldland. Rund 8.000 Feuerwehrleute waren im Dauereinsatz im Kampf gegen die Brände, unterstützt von 90 Löschflugzeugen und Hubschraubern. Unter den Feuerwehrleuten waren auch etwa 2.600 in der Brandbekämpfung geschulte Häftlinge. Trotzdem war die Feuerwehr vielerorts dem Ausmaß der Katastrophe nicht gewachsen.

Das Katastrophengebiet erstreckte sich vom Norden Los Angeles’ bis südlich der Grenze zu Mexiko. Ein Ende des Infernos war zunächst nicht in Sicht. Noch immer liegen die Tagestemperaturen in der Region bei weit über 30 Grad, den Sommer über hatte es kaum geregnet. Meteorologen erwarteten, dass die Winde sich am Mittwoch leicht abschwächen, die Feuer aber weiterhin anfachen würden. Hohe Temperaturen und Trockenheit sollten bis mindestens Donnerstag anhalten.

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