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Kämpfe um Ölhäfen in Libyen ausgebrochen

In Libyen sind erneut Kämpfe um die wichtigsten Ölhäfen des Landes ausgebrochen. Der Angriff sei von den Benghazi-Verteidigungsbrigaden ausgegangen, hieß es am Donnerstag aus Militärkreisen. Die selbsternannte Nationale Libysche Armee (LNA) unter Kommando des Generals Khalifa Haftar hatte die wichtigen Ölhäfen erst im vergangenen Jahr wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

Die Kämpfe fanden südlich der Ölhäfen Ras Lanuf und Al-Sider statt, die schon in den vergangenen beiden Jahren mehrfach heftig umkämpft wurden. Bei den jüngsten Gefechten wurde ein Reservoir von einer Rakete getroffen und ging in Flammen auf. Auch zwei Tankschiffe seien in Brand geraten. Erst nach der Übernahme der Häfen durch die Truppen Haftars im Vorjahr war die Ölförderung in dem Bürgerkriegsland wieder auf mehr als eine Million Barrel pro Tag angestiegen. Die Nationale Erdölgesellschaft NOC rechnet damit, dass die Produktion im Land durch die Kämpfe um etwa 240.000 Barrel zurückgehen werde.

Ein Sprecher von Haftars LNA, die formal dem Abgeordnetenrat in Tobruk untersteht, sagte, der Angriff sei abgewehrt worden. Ziel der Attacke sei es gewesen, “den Druck auf die Terroristen in Derna zu verringern”. Die Truppen Haftars versuchen seit mehreren Wochen, die 150.000-Einwohner-Stadt Derna einzunehmen. Die Küstenstadt ist die einzige im Osten Libyens, die sich der Kontrolle des von Tripolis abtrünnigen Generals entzieht. Dort herrscht eine Allianz aus Islamisten und jihadistischen Milizen, darunter auch dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Gruppen. Sie stehen sowohl Haftar als auch dem Islamischen Staat (IS) feindlich gegenüber.

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Die Autorität der international unterstützten Regierung der nationalen Einheit unter Regierungschef Fayez al-Sarraj in Tripolis wird von einer Gegenregierung in Tobruk in Frage gestellt, die mit Hilfe von Haftars Truppen den Großteil Libyens kontrolliert.

(APA/dpa/ag.)

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