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Junger Oberösterreicher nach Tauziehen in Florida aus Haft entlassen

©ORF
Nach zehn Tagen Tauziehen ist der 18-jährige Oberösterreicher, der nach einvernehmlichem Sex mit einer einheimischen 15-Jährigen im US-Staat Florida festgenommen wurde, am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) vorläufig aus der Haft entlassen worden.
Anonymer Spender zahlt Kaution
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Nach der Hinterlegung einer Kaution von 200.000 US-Dollar (rund 170.000 Euro) wurde der Bursche enthaftet. Er muss sich aber an etliche Bedingungen halten.

Am Donnerstag um 14.20 Uhr (Ortszeit) öffneten sich für den Oberösterreicher die Gefängnistore. Bis zum ersten Gerichtstermin am 14. September bleibt er auf freiem Fuß. Dem 18-Jährigen wird lüsterne bzw. anstößige Belästigung vorgeworfen – in Florida ist Sex mit Jugendlichen, die noch keine 16 sind, verboten und wird mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft. Allerdings soll das Mädchen, das er im Internet kennengelernt hatte, im Vorfeld behauptet haben, bereits 16 Jahre alt zu sein.

Leo S. darf USA nicht verlassen

Bis zum Gerichtstermin darf der 18-jährige Leo S. das Land nicht verlassen. Ihm wurde der Pass abgenommen. Dem Burschen wird zwar gestattet, nach Orange County – ein Verwaltungsbezirk in Florida – zu reisen, er muss jedoch bis zum Gerichtstermin dortbleiben und sich regelmäßig melden. Die Kanzlei seiner Anwälte hat nämlich ihren Sitz in Orlando, dem Verwaltungssitz von Orange County. Mit seiner Chat-Liebe darf er keinen Kontakt aufnehmen und ihm wurde ein Internetverbot auferlegt. Seine Eltern reisten nach Florida, um sich um ihren Sohn zu kümmern.

Erleichterung herrschte in seiner Heimatgemeinde in Oberösterreich. Ein erster Schritt sei geschafft, meinte der Bürgermeister. In dem Fall seien jetzt die Spezialisten am Werk, meinte er im Hinblick auf die Bemühungen des Außenministeriums und die von der Botschaft vermittelten Anwälte. “Jetzt müssen wir die weitere Entwicklung abwarten”, sagte das Gemeindeoberhaupt. Um die Familie bei den Kosten für Kaution, Anwalt und die Reise zu ihrem Sohn zu unterstützen, wurde in der Gemeinde ein Spendenkonto eingerichtet.

Einvernehmlicher Sex mit 15-Jähriger

Der Oberösterreicher war am 30. Juni im Beisein der 15-Jährigen in einer von ihm angemieteten Unterkunft in Venice in Sarasota County festgenommen worden, nachdem er einvernehmlichen Sex mit seiner Internetbekanntschaft gehabt haben soll. Der Bursche war zwei Wochen zuvor nach Florida gereist, um dort seine Freundin zum ersten Mal persönlich zu treffen, nachdem er monatelang nur mit ihr gechattet hatte.

Dazu mietete er sich das Zimmer, wo es zum Sex zwischen den Teenagern gekommen sein soll, was in Florida einen Verstoß gegen das Schutzalter von 16 Jahren bedeutet. Die Mutter der 15-Jährigen meldete ihre Tochter als vermisst und informierte die Polizei, die den 18-Jährigen festnahm. In einer ersten Anhörung wurde die sehr hohe Kaution in der Höhe von 200.000 US-Dollar festgesetzt. Weitere Anklagepunkte sind möglich, da auch Fotos und Videomaterial sichergestellt wurden, die bei den Chats der beiden entstanden sind.

Kaution von anonymem Spender vorgestreckt

Nach der Festnahme vermittelte die Botschaft ein Rechtsanwaltsbüro, dessen Anwälte den Österreicher vertreten. Im Beisein des Anwalts Matthew Leibert plädierte der Bursche auf “nicht schuldig”. Leibert stellte am 7. August einen Antrag auf Enthaftung und betonte darin, dass der Oberösterreicher erst seit Ende Juni 18 Jahre alt ist und nicht unbedingt die geistige Reife eines Erwachsenen besitzt. Er soll auch psychische Probleme haben, die eine weitere Inhaftierung verstärken könnten.

Wer die enorme Summe der Kaution vorgestreckt hat, war weiterhin nicht bekannt. Es soll sich um einen “besorgten österreichischen Staatsbürger” handeln.

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