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Jugendwohlfahrt wird breit überdacht

Bregenz – Unter den 14 Empfehlungen der Expertenkommission zur Neuordnung der Jugendwohlfahrt nimmt der vielleicht wichtigste Vorschlag noch im Mai Gestalt an. Ein permantes Löcherstopfen personeller Unzulänglichkeiten entbehrt jeder langfristigen Planung.
Personalausstattung der Jugendwohlfahrt
Deshalb eröffnet Landesrätin Greti Schmid noch diesen Monat einen breit angelegten Dialogprozess, zu dem Fachleute aus allen Bereichen eingeladen werden.

Vier ganztägige Dialoggruppen

Elfi Rauch-Eiter wird die Steuerungsgruppe leiten, der Stefan Allgäuer (IfS), der Leiter der Jugendwohlfahrt, Werner Grabher, und Stefan Hagen als Koordinator angehören. Die zentrale Frage, wie sich die Jugendwohlfahrt künftig ausrichten muss, soll in vier ganztägigen Dialoggruppen mit jeweils 15 Teilnehmern erörtert werden.

Alle sollen mitreden

Eingeladen sind Vertreter der Jugendwohlfahrtsbehörden in den vier Bezirkshauptmannschaften und Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch. Die Familiendienste von Vorarlberger Kinderdorf und IfS werden gefragt. Ambulante Dienste der Jugendpsychiatrie Pro Mente, von IfS und aks sollen ebenso ihre Meinung einbringen wie die stationären Dienste von Vorarlberger Kinderdorf und SOS Kinderdorf, Jupident und IfS. Familienkrisendienst und Missbrauchsambulanz sind beteiligt, aber auch Polizei, Staatsanwaltschaft und die Gerichte.

Die Kinderschutzgruppen der Krankenhäuser und das Heilpädagogische Zentrum Carina vertreten die Medizin. Kindergarten und Schule werden zu Wort kommen, auch Vertreter aus Politik und Verwaltung von Land und Gemeinden. Die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse sieht der Zeitplan für Ende September in einer offenen Veranstaltung vor. Fünf Facharbeitsgruppen sollen dann bis Jahresende die Ergebnisse zu Handlungsempfehlungen verdichten. Der Prozess endet im Dezember 2011 in einer öffentlichen Veranstaltung.

Fachtagung Anfang Juli

Ob Vorarlberg ein Kompetenzzentrum für Kinderschutzfragen erhalten soll, wird Thema einer Fachtagung Anfang Juli sein. Prof. Dr. Reinhard Wolff, der die Qualitätsentwicklung des Kinderschutzes in zwölf deutschen Modellregionen vorantreibt, wird die Tagung durchführen. Bis Ende Mai wird das IfS ein Konzept über den Ausbau der Gewaltberatung „Klartext“ vorstellen.

Der Verein Neustart wird gleichzeitig das Konzept einer erweiterten Jugendgerichtshilfe für Jugendliche mit Gewaltdelikten vorlegen. Der Prozess zur Personal- und Organisationsentwicklung in den Jugendwohlfahrtsabteilungen läuft weiter. Die Standards für die Gefährdungsabklärung werden bis Ende Juni überarbeitet, danach stehen die Standards für Hilfeplanung und Fallsteuerung auf dem Prüfstand.

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