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Jugendliches Feuerwerk der Melodien im SAL

Der junge Dirigent Christian Vásquez in Aktion.
Der junge Dirigent Christian Vásquez in Aktion. ©Veranstalter/TAK
Das Teresa Carreño Youth Orchestra of Venezuela unter der Leitung von Christian Vásquez gastierte mit einem furiosen Konzert erstmals im Fürstentum.

Schaan. (sch) Sie alle machten es möglich: Das einmalige Gastspiel der südamerikanischen Gäste aus Venezuela war eine Veranstaltung des TAK Theater Liechtenstein und der Hilti Foundation, unterstützt auch von der Stiftung Freunde des TAK und weiterer Gönner. Das Teresa Carreño Youth Orchestra of Venezuela (TCYOV) ist ein voluminöses Ensemble von über 200 Musikerinnen und Musiker des faszinierenden Musikerziehungsprogramms “El Sistema”.

Begründer ist der heute 73-jährige venezolanische Komponist, Ökonom, Politiker und Erzieher  José Antoni Abreu, der vor 35 Jahren eine große Vision hatte  – er wollte Kindern aus den Armenvierteln Venezuelas durch eine klassische musikalische Ausbildung eine sinnvolle Alternative zur trostlosen Existenz auf der Straße bieten. Was 1975 mit elf Musikern begann, ist heute das weltweit bekannte Netzwerk „El Sistema“, das aktuell 350.000 Kindern und Jugendlichen Musikunterricht erteilt und in mehr als 280 Orchestern des Landes  musiziert.

Das TCYOV mit über 200 Musikerinnen und Musikern zwischen 14 und 19 Jahren gehört nach Gustavo Dudamel und seinem berühmten Simón Bolivar Symphony Orchestra zur zweiten Orchestergeneration von „El Sistema“. Chefdirigent ist der erst 27-jährige Christian Vásquez, ein athletischer junger Mann mit wehender blonder Künstlermähne und mitreißendem Temperament. Auf dem anspruchsvollen Programm standen die symphonische Dichtung „Don Juan“, op. 20, von Richard Strauss (1864-1949), die Symphonic Dances aus „West Side Story“ von Leonard Bernstein (1918-1990) und die Symphonie Nr. 5 in d-Moll, op. 47, von Dimitri Schostakowitsch (1906-1975). Der gewaltige Klangkörper sprengte fast auch die Dimensionen des neuen SAL, und die Bläserchöre etwa wären unter freiem Himmel nicht oft von so penetranter Lautstärke gewesen. Dem jugendlich-enthusiastischen Maestro Christian Vásquez gelang es durch nötige straffe Stabführung der Rechten, das Riesenorchester vor allem bei Presti bzw. effektvollen Steigerungen  präzis zu „bändigen; die Linke konnte bei lyrischen bzw. leisen Passagen in solcher Klangfülle nicht viel bewirken. Insgesamt boten die Gäste aus Venezuela beachtliche Orchesterqualitäten, und das Werk von Abreu verdient bei solchen „Früchten“ höchste Anerkennung.

 

Von Richard Strauss zu spritziger Folklore

Der klangprächtige „Don Juan“ von Richard Strauss mit seinen maskulinen Aufschwüngen und seiner schmachtenden Seitenthema-Kantilene brachte gleich festliche Stimmung ins Haus; Feinheiten mussten auf der Strecke bleiben. Die ungemein populären Melodien der Symphonic Dances aus der „West Side Story“ des genialen Allround-Genies Leonard Bernstein waren rhythmisch, melodiös und tänzerisch so recht nach dem Geschmack der Riesenschar von jungen Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit heißem Herzen dem geliebten Lennie widmeten.. Die 5. Symphonie von Schostakowitsch, dem russischen Meister zwischen erzwungenem stalinistischem Marschtritt und heimlich westlicher Öffnung bis hin zu einer ironisch-verzerrten „Weissen Rössl“-Melodie und einem künstlich aufgesetzten Schlussjubel im Finalsatz, gelang dem Orchester und seinem Dirigenten Vásquez mit Bravour! Nach einem kurzen Blackout srahlten die jungen Damen und Herren dann gekleidet mit bunten Windblusen in den Farben der Nationalflagge von Venezuela und gaben rassige Ohrwürmer aus Südamerika zum Besten. Eine Überraschung ganz zum Schluss – die hübschen Windblusen wurden zahlreich als Souvenir ans begeisterte Publikum verteilt.

 

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