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Jugendkultur und ihre Bedeutung

Sebastian Mischitz, Martina Nachbaur, Klaus Farin, Kurt Nachbaur (vl)
Sebastian Mischitz, Martina Nachbaur, Klaus Farin, Kurt Nachbaur (vl) ©Edith Rhomberg
 Klaus Farin spricht über die Auswirkung von Toleranz in Stadtpolitik und Gesellschaft.
Jugendkultur

 

Dornbirn. Nicht nur Berlin, die 3,8 Millionen Einwohner zählende Hauptstadt Deutschlands, hat eine lebendige Jugendkultur. Geht es nach dem dort lebenden Jugendsozialforscher Klaus Farin, haben auch Dornbirn und seine 50.000 Bewohner eine Jugendszene vorzuweisen. Die Stadt und insbesondere das Jugendzentrum Vismut kennt er seit der Entstehung vor fast 30 Jahren in seiner Funktion als Berater. Die Entwicklung und Veränderung nimmt er bei seinen jährlichen Besuchen wahr. Kürzlich sprach die VN-Heimat mit Klaus Farin und fragte den Experten, welche Bedeutung eine sichtbare, bunte Jugendszene für Dornbirn hat.

Jugendkultur als Bereicherung

Ehemalige Revoluzzer reden gern davon, was sie früher gemacht haben. Hartnäckige dürfen stolz sein, den Weg für Neues geebnet zu haben. Wie gern sehen sie das bei ihren Kindern? „Alte Männer tun sich manchmal etwas schwer“, sagt Klaus Farin ironisch. Die Musik und Zugehörigkeit zu einer Gruppe bezeichnet er als elementaren Teil der Jugendkultur. Mit dem, was der Jugendforscher erzählt, spricht er Martina Nachbaur, Sebastian Mischitz und Kurt Nachbaur von der Offenen Jugendarbeit Dornbirn (OJAD) aus der Seele. Sie fühlen sich bestärkt in ihrer Arbeit und ermutigt, sie konsequent fortzuführen. Hip-Hop als Beispiel, der Überbegriff für Rap, Breakdance und Graffiti, hat innerhalb des Dornbirner Jugendzentrums seit langem einen hohen Stellenwert. Aber nicht nur das. „Unsere Jugendlichen brennen für Musik, sie ist ihre Leidenschaft. Manchmal organisieren sie spontan eigene Auftritte im Kulturcafé Schlachthaus“, sagt Veranstaltungskoordinator Sebastian Mischitz. Darüber hinaus gibt es Konzerte mit internationalen Acts.

Nix los in der Stadt?

Was Stadt und Gesellschaft tun können ist, ein tolerantes Klima zu schaffen für ihre Kinder und Jugendlichen. Gemeint sind überwiegend die Dreizehn- bis Mitte 20-Jährigen, eine große Bandbreite also. „Das fängt im Elternhaus und in der Schule an und geht bis zur Familiengründung“, sagt der 1958 geborene Klaus Farin, der mit 15 seine erste Schülerzeitung herausgab, mit 18 der jüngste Volkshochschuldozent Deutschlands war und mit 20 sein erstes Buch veröffentlichte. Mit Toleranz meint er, dass die Gesellschaft die Jugendlichen nicht nur gewähren lässt, sondern sie darin unterstützt, sich neu zu erfinden. Dafür braucht die Jugend ihre Freiräume im Alltag und nicht ausschließlich an den ihnen zugeteilten Orten, betont er.

Farin geht so weit zu behaupten, dass eine öffentlich wahrnehmbare Jugendszene auch indirekter Standortfaktor ist. Den Zusammenhang von Wirtschaft und Jugend sieht er nicht nur im Verhältnis von Arbeitgebern und potentiellen künftigen Arbeitnehmern. Betriebe sind dann erfolgreich in der Akquise von Mitarbeitern, wenn der Lebensraum für sie und ihre Familien attraktiv ist, weiß Farin. Dornbirn punktet mit Landschaft, Freizeitangeboten und Familienfreundlichkeit. Die Stadt wird aber auch daran gemessen, wie sie es mit der Wertschätzung einer lebhaften Jugendszene hält. Was, wenn Jugendliche signalisieren: „Hier ist ja nix los?“. Farin merkt an, dass diese Feststellung der Tochter oder des Sohnes mit Sicherheit ein Beweggrund für Eltern wäre, eine geplante Übersiedlung zu überdenken.

 

Die Highlight-Termine für März im Kulturcafé Schlachthaus:

HIP HOP SESSION am 6. März ab 20 Uhr

Feinste Beats und eine Open Stage Rap Cypher.

Clockwork Psycho (SLO) / Eightbombs (SLO) am 10. März ab 19.30 Uhr

Nightmares from Laibach! Slowenischer Psychobilly im Doppelpack.

Reggae Party mit DJ Ras Benji am 14. März ab 20 Uhr

DJ Ras Benji presents Caribbean Reggae feeling.

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