Jugendbanden randalieren seit Jahresbeginn in Vorarlberg

Jugendlicher Vandalismus in Vorarlberg 2012: Eingeschlagene Scheiben, Brandstiftungen und Graffiti-Sprühereien.
Jugendlicher Vandalismus in Vorarlberg 2012: Eingeschlagene Scheiben, Brandstiftungen und Graffiti-Sprühereien. ©PI Dornbirn/HEY/PI Satteins
Schwarzach - Im ersten Quartal dieses Jahres wurden 468 Anzeigen gegen Jugendliche gestellt.

Sie schlagen wahllos Scheiben ein, legen aus Langeweile Brände und verschmieren Hauswände. Einige Jugendbanden halten Vorarlberg seit Jahresbeginn ganz schön auf Trab. Im Jänner verübten vier Jugendliche 103 Straftaten rund um Höchst. Im Februar wurden fünf junge Burschen ausgeforscht, die in Hohenems ihr Unwesen trieben und Altpapiercontainer in Brand setzten. Im März machten sich drei Jugendliche an einer Telefonzelle, einem Schaufenster und an Autos in Dornbirn zu schaffen und verursachten Schäden in Höhe von 21.000 Euro. Im April überführte die Polizei Bludenz vier junge Erwachsene mehrerer Sachbeschädigungen mit Wandschmierereien. Und erst vor wenigen Tagen kam es zu erheblichem Vandalismus in Schoppernau und Damüls. “Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Jugendliche dafür verantwortlich sind”, erklärt ein Polizist der Polizeiinspektion Au auf VN-Nachfrage.

Extreme Kriminalität

Bei der Vielzahl der Meldungen drängt sich unumgänglich eine Frage auf: Sind die Vorarlberger Jugendlichen krimineller geworden? “Nein”, bilanziert Wilfried Siegele, Leiter der Staatsanwaltschaft in Feldkirch, klar. Im Jahr 2011 konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar ein Rückgang festgestellt werden. 1748 Anzeigen gegen Jugendliche am Landesgericht und an den Bezirksgerichten stehen 2142 Anzeigen im Jahr 2010 gegenüber. “Es ist alles im Rahmen. Jugendliche Vandalenakte gab es früher schon und wird es auch zukünftig geben.” Zudem sei extreme Jugendkriminalität – wie beispielsweise Körperverletzungen – nur sehr selten Thema eines Prozesses.

Außergerichtlicher Tatausgleich

Im ersten Quartal 2012 gingen am Landesgericht und den Bezirksgerichten 468 Anzeigen gegen Jugendliche ein. Zumeist konnten sich die Streitparteien auf einen außergerichtlichen Tatausgleich einigen. “Ein speziell ausgebildeter Konfliktregler bringt Opfer und Täter zusammen. Einer persönlichen Entschuldigung kann dann ein gemeinsam festgelegter Geldbetrag folgen – oder eine Einladung zum Eisessen”, erklärt Winfried Ender, Leiter von Neustart Vorarlberg. Wichtig sei dabei vor allem, dass über den Konflikt gesprochen wird.

Neben der privaten Einigung kann aber auch die Sanktion der gemeinnützigen Leistung verhängt werden. “Dann arbeitet der Betroffene eine bestimmte Anzahl an Stunden auf dem Bauhof, im Tierheim, in einer Behinderteneinrichtung oder im Altersheim”, zählt der 54-Jährige einige Möglichkeiten der Wiedergutmachung auf.

Keine Vorstrafe

In 96 Prozent der Fälle wird die Straftat auf diese Weise abgearbeitet. Eine Vorstrafe für den Jugendlichen bleibt aus. “Der Name bleibt jedoch zehn Jahre in einer Datei gespeichert. Das ist wichtig. Schließlich ist das eine einmalige Chance”, betont Ender. Ein möglicher Grund für die jugendliche Kriminalität könnte die Perspektivlosigkeit darstellen.

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