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Jürgen Reis: "Ich kann mir kein cooleres Leben vorstellen"

Jürgen Reis in Aktion
Jürgen Reis in Aktion ©Kurt Hechenberger & Renate Bickel
Dornbirn – Jürgen Reis ist Vorarlbergs prominentester Sportkletterer. Nachdem ihn 2012 eine Verletzung zurückgeworfen hat, will er 2013 noch einmal voll angreifen. Wir durften den Profi einen Tag lang beim Training begleiten.
Trainingstag mit Jürgen Reis
2011 & 2012: Reis in Aktion

Der Trainingstag beginnt schon kurz nach sechs Uhr morgens. Jürgen Reis wärmt sich kurz auf, erledigt ein paar Arbeiten am PC, dann macht er sich auf zu einer morgendlichen Joggingrunde. Weiter geht es im Trainingsraum in der eigenen Wohnung: Liegestütz in Ringen, die von der Decke hängen und Klimmzüge an zwei Kugeln, die an Seilen befestigt sind, sind nur zwei der spektakulären Übungen, die hier durchgeführt werden.

Das gesamte Körpergewicht an zehn Fingern

Zum Abschluss dieser ersten Einheit hängt sich Reis an einen Vorsprung am Balkon. Dabei tragen seine Finger das gesamte Körpergewicht. Dass Reis auf der glatten Oberfläche nicht abrutscht, ist ein kleines Wunder. Die Übung dient ihm als Gradmesser für seine jeweilige Tagesform. Heute schafft er knapp 16 Sekunden – ein neuer Rekord. Die Form stimmt.

Qualität vor Quantität

Szenewechsel. In einem Dornbirner Fitnessstudio befindet sich die Kletterwand, an der Jürgen Reis jeden Tag trainiert. Ein Schluck aus seiner Flasche und ein Bissen vom Dinkelcroissant, und schon schwingt sich der 36-Jährige die Wand hinauf. Reis nimmt er jedes Hindernis, erklimmt die Wand im Handumdrehen. Alle paar Minuten ruht er sich aus. Wichtig sei in seinem Sport nicht so sehr die Quantität des Trainings, sondern vielmehr die Qualität.

Später Einstieg

In einer Pause erzählt Reis, wie er überhaupt zum Klettern gekommen ist. Auf der Dornbirner Messe habe er erstmals eine Kletterwand gesehen. Sofort sei er „infiziert“ gewesen. Weil es damals aber noch an Trainingsmöglichkeiten mangelte, begann er erst relativ spät selbst zu klettern. Im Alter von 17 Jahren startete er dann aber selbst ins Training. „Wenn ich die Geschichte jetzt einem 14-Jährigen erzähle, glaubt er mir das gar nicht. Heute gilt: Wenn du nicht mit sieben Jahren mit dem Klettern beginnst, kannst du es ohnehin vergessen“, erzählt Reis und setzt ein breites Grinsen auf.

Rockmaster als nächstes großes Ziel

Satt ist er freilich noch lange nicht. Schon  2012 wollte Reis beim legendären Rockmaster in Arco teilnehmen. Der Wettbewerb gilt als das Wimbledon der Profikletterer. Dann kam ihm aber eine Verletzung dazwischen, Reis musste umkalkulieren. Im nächsten Jahr soll es mit frischer Motivation endlich klappen. „2013 wird einfach mein Jahr – und fertig.“ Auch danach wird Reis dem Leistungssport erhalten bleiben, denn: „Ich kann mir kein cooleres Leben vorstellen.“ (MST)

Ein Trainingstag mit Jürgen Reis

 

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