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Juden hoffen auf Papstbesuch

Papst Benedikt XVI. sollte nach Ansicht des deutschen jüdischen Erziehungswissenschaftlers und Publizisten Micha Brumlik bei seinem Köln-Besuch im August in der Synagoge sprechen.

Damit würde der Papst die „zunehmend enge Verbundenheit zwischen Juden und katholischer Kirche unterstreichen“ und „die Zugehörigkeit der hier lebenden jüdischen Gemeinschaft zu Deutschland besiegeln“, betonte Brumlik laut Kathpress vom Freitag in der in Berlin erscheinenden „Jüdischen Allgemeinen“. Benedikt XVI. will anlässlich des Weltjugendtages nach Deutschland kommen. Details des Programms stehen noch nicht fest.

Versöhnung vollenden

Der Erziehungswissenschaftler verweist auf die Herkunft Benedikts XVI. Der aus Deutschland stammende Papst und die hier lebenden Juden „hätten die Chance, das Versöhnungswerk, das Johannes Paul II. mit seinem Besuch in der römischen Synagoge begonnen hat, in gewisser Weise zu vollenden“. Erwartungen an den Nachfolger Johannes Pauls II., sich zur deutschen Geschichte kritisch zu verhalten, seien angesichts seiner Biografie „zumindest nicht unbillig“.

Mit Blick auf die Jugend Ratzingers betonte Brumlik aber, der heutige Papst sei als Flakhelfer „gezwungen“ gewesen, „den mörderischen nationalsozialistischen Staat zu verteidigen“. Brumlik sprach von einem „theologisch relativ aufgeklärten Verhältnis“ dieses Papstes zum Judentum. Zugleich verwies er aber auf bis heute „nicht völlig ausgeräumte“ Irrititationen, die der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, mit der im August 2000 veröffentlichten Erklärung „Dominus Iesus“ auf jüdischer Seite ausgelöst habe.

Ratzinger habe sich danach mehrfach um Klarstellungen bemüht. Weiter stellte Brumlik fest, eine „erstaunlich positive Haltung“ des neuen Papstes zum Judentum sei „schon früher bezeugt“. So habe er 1992 in Jerusalem gegenüber dem Rabbiner David Rosen betont: „Ihr seid die Wächter und Deuter der Wahrheit. Alles in Eurem Glauben ist von Bedeutung für uns“. Brumlik war auf jüdischer Seite an der Ausarbeitung einer am 13. April vorgelegten Grundsatzerklärung des Gesprächskreises Juden und Christen beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) beteiligt.

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