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Jubiläum mit Trompetenglanz

Der ungarische Meistertrompeter Gábor Boldoczki.
Der ungarische Meistertrompeter Gábor Boldoczki. ©Foto: "Arpeggione"

Das Hohenemser Kammerorchester “Arpeggione” erfreut seit 20 Jahren das Publikum.

Hohenems. Die neue Saison 2010 des Hohenemser Kammerorchesters “Arpeggione” ist eine Jubiläumssaison. Vor 20 Jahren hat es der georgische Bratscher und Musikpädagoge Irakli Gogibedaschwili gegründet und kann nun stolz auf die Erfolgsgeschichte des exquisiten Ensembles mit handverlesenen internationalen Streicherinnen und Streichern zurückblicken.
Das Jubiläumskonzert im ausverkauften Rittersaal des Hohenemser Palasts hatte seinen besonderen Glanz durch strahlende Trompetenklänge des jugendlichen ungarischen Meisters Gábor Boldoczki, des wohl genialsten klassischen Trompeters unserer Gegenwart mit Weltkarriere. Der 1976 geborene Ungar gilt als Ausnahmeerscheinung auf seinem Instrument, die internationale Kritik schwärmt von “seiner leichtzüngigen Artikulation, von höchster Beweglichkeit, extrem sicherem Ansatz und der virtuosen Koloraturkunst” des sympathischen, totalen Antistars.

Von Telemann zu Rota …

Die “Arpeggione”-Musici spielten mit dem prominenten Gast auf ihrem gewohnt souveränen Niveau und schenkten somit einen großartigen Kunstgenuss mit barocker Musik zum Jubiläum, Originalklang-Fetischisten wären mit dem sinnlichen Timbre allerdings nicht zufrieden gewesen. Telemanns Suite perpetuum mobile für Streichorchester mit zweitem Konzertmeister Géza Stuller als Dirigent vom ersten Pult aus bot in sieben Teilen höfisch-distanziertes Ambiente; das Finale “Tourbillon” brauste hingegen wie ein Sturmwind vorbei. Im virtuosen Trompetenkonzert von Vivaldi (op. 3/9, D-Dur), in Telemanns Konzertsonate, D-Dur, und in Händels großer Suite in D-Dur, jeweils für Trompete, Streicher und B.c. brillierte der Meistertrompeter mit den oben gerühmten Vorzügen aufs Schönste. Und die Zugabe Boldoczkis war auch eine Delikatesse: “Ombra mai fù” aus “Xerxes” von Händel. In zwei gegensätzlichen Konzertstücken konnte “Arpeggione” seine reife Kunst wieder “solo” zeigen – im filigranen Streichsextett aus der Oper “Capriccio” von Richard Strauss und beim Meister moderner Filmmusik, Nino Rota (1911-1979), in dessen reizvoll instrumentiertem “Concerto per archi” in vier Sätzen.

Quelle: VN-Heimat-SCH

 

 

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