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Jubeltag für Schlagerfans

Während Claudia Jung im güldenen Zaubermantel ein Herz zerreißendes „Du hast in dieser Nacht mich um den Schlaf gebracht“ von der Bühne schmettert, macht sichÑs Frohnatur Andy Borg längst auf der Tribüne gemütlich.

„Ich muss während der gesamten Show hier sitzen und die Verwandten bewachen“, verrät er grinsend. Ist die Familie denn mit von der Partie? „Nicht meine eigene, sondern die Eltern und Ehemänner jener Vorarlbergerinnen, die im Laufe der Sendung ihr Baby erwarten“, kichert der Schlagerstar. Er werde den angehenden Omis und Opis dann anhand von Servietten in Erinnerung rufen, wie man die Kleinen sachgemäß wickelt, zeigt sich Borg schon voller Tatendrang. Schließlich hätte er als zweifacher Vater diesbezüglich noch einiges „auf dem Kasten“.

Sein 15-jähriger Sohn wäre mittlerweile zwar dem Windelalter entwachsen, Erziehungsmaßnahmen müsste man aber trotzdem noch setzen. Vor allem, wenn es um den Musikgeschmack des Vaters ginge. „Mein Sohn und ich hatten ein sehr langes, ernstes Gespräch über den deutschen Schlager. Am Ende haben wir beschlossen, nie wieder über Schlager zu sprechen“, witzelt Schnulzenkönig Borg. Der Filius höre nun 50 Cent und alle wären glücklich und zufrieden.

Auch auf der Bühne besingt man voll Inbrunst die heile Welt: Max Raabe und sein Palastorchester, Nicole, Tony Marshall und das Golden Gate Quartett schwelgen allesamt in Glückseligkeit.

Eher deplatziert fühlt man sich hingegen bei der EAV. Die gnadenlosen Verunsicherer sind diesmal selbst verunsichert: „Wir dachten eigentlich, dies sei eine Cross-Over-Sendung. Nun aber hat sich herausgestellt: Das einzige Cross-Over sind wir!“, meint Klaus Eberhartinger angesichts des eklatanten Volksmusik-Überhangs etwas pikiert. Weshalb er sich lieber auf das Wesentliche konzentriert: Promotion für die neueste CD. „Sie heißt 100 Jahre EAV und erhebt somit Ewigkeitsanspruch“, erklärt der Grazer mit todernster Miene. Der Irrsinn hat ihn wieder.

Als nun auch noch die zuckersüßen Ballettmädchen ihre zerbrechlichen Körper zum „Moulin Rouge“-Ohrwurm „Roxanne“ im Takt wiegen, ist es um den EAV-Frontman endgültig geschehen. Gemeinsam mit Kollege Thomas Spitzer steht er feixend am Bühnenrand. Und kommentiert fortan seine eigene Show.

Die offi zielle Showmasterin hat unterdessen eine kleine Verschnaufpause. Ein paar Worte mit dem Nockalm Quintett gewechselt, kurz in den Spiegel geschaut. Den Moderationstext durchzugehen wäre müßig. Carmen Nebel kann ihn seit Tagen auswendig.

Doch nicht nur die Quotenkönigin beherrscht ihr Fach mit Bravour, auch dem nimmermüden Heino kann man die Professionalität nicht absprechen. „Schließlich bin ich seit über 50 Jahren im Geschäft!“, verkündet er mit hörbarem Stolz.

Jahrelang sei er gedemütigt, als altmodisch beschimpft und belächelt worden. „Aber ich habe nicht aufgegeben!“ Mit dem richtigen Partner an seiner Seite, der geliebten Ehefrau Hannelore, hätte er es bis an die Spitze geschafft. Hannelore wäre auch verantwortlich dafür, dass er Vorarlberg wie seine Westentasche kenne: „Meine Frau hat Verwandte in Bludenz, die wir regelmäßig besuchen.

Ich war sicherlich schon an die 40-mal im Ländle“, outet sich der Barde als Dauergast.

Wenige Minuten später stimmte Heino „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ und ein „Jäger-Medley“ mit den „Dornbirner Vogelweidern“ an. Diese traten zwar um einige Mann dezimiert vor den Vorhang, gaben sich aber dennoch keinerlei Blöße. „Wir haben bereits etliche Auftritte vor großem Publikum hinter uns“, lächelt Chormitglied Peter entspannt. Der Applaus bei Carmen Nebel dürfte dann aber trotzdem alle bisher gekannten Dimensionen gesprengt haben . . .

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