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Johannes Hämmerle brillierte mit Werk Hugo Distlers

Johannes Hämmerle spielte das Cembalokonzert von Hugo Distler.
Johannes Hämmerle spielte das Cembalokonzert von Hugo Distler. ©VOL.AT/Emir Uysal
Das Weihnachtskonzert des Landeskonservatoriums präsentierte Werke von frühvollendeten Komponisten.

 

Feldkirch. (sch)  Jörg Maria Ortwein, der Künstlerische Leiter des Landeskonservatoriums, betonte in seiner Begrüßung, dass beim heurigen Weihnachtskonzert Werke von Frühvollendeten erklingen werden – Felix Mendelssohn Bartholdy, Hugo Distler und Franz Schubert. Obwohl der deutsche Komponist Hugo Distler (1908  Nürnberg – 1942 Berlin) gewiss im Schatten der beiden Großmeister steht, galt bei dieser glanzvollen Matinee  im Festsaal aber doch dem nunmehr vor 70 Jahren verstorbenen Meister Hugo Distler vor allem  das Publikumsinteresse. Der prominente Vorarlberger Organist, Cembalist und Dozent am Konservatorium, Johannes Hämmerle (37), der sich als großer Bewunderer Distlers bezeichnet, brachte dessen delikates Konzert für Cembalo und Streichorchester,  op. 14 (1936), wohl erstmals in Vorarlberg zur Aufführung.

Hugo Distler ist der bedeutendste Vertreter der Erneuerungsbewegung der evangelischen Kirchenmusik nach 1920, war Organist in Lübeck, dann Kompositionslehrer in Stuttgart und ab 1940 bis zum frühen Freitod 1942  Chorleiter, Lehrer und Organist in Berlin. Als Nazi-Gegner war er der Zeit nicht mehr gewachsen („kulturbolschewistisch“ !), hinterließ aber trotz seines frühen Todes ein reiches vokales und instrumentales Lebenswerk. Johannes Hämmerle, der vielbeschäftigte geniale Tastenmeister, hatte sich penibel auf die historische Stunde bei der Matinee vorbereitet und spielte Distlers Cembalokonzert, zusammen mit den bewundernswerten Streichern des Konservatoriumsorchesters unter seinem temperamentvollen Dirigenten Benjamin Lack, mit prächtiger Klangrede. Distler bezeichnete sein Opus als „modernes, wütendes Stück, das aber ernst gemeint ist.“ Nun, vielleicht konnte man ein bisschen  (schöne) „Wut“ aus den kontrastreichen Dialogen (behutsames Cembalo/ kräftige Tutti) heraushören. Totale Begeisterung für Hämmerle und das Orchester. Die anwesende Tochter von Hugo Distler, Barbara Distler-Harth, war auch sehr beglückt.

 

Romantische Klammer

Die Matinee begann mit einer eleganten Ouvertüre für Harmoniemusik, op. 24, des sehr jungen Mendelssohn  Bartholdy – mit noblem Bläserklang. Die höchst populäre „Unvollendete“ von Franz Schubert nach der Pause besaß frischen Impetus, was vor allem dem zweiten Satz zugute kam und ihn von oftmaliger Pathoslast in den Konzertsälen befreite. Und das Orchester mit dieser musikalischen Jugend ist schon eine Klasse für sich.

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