AA

Jobmotor Internationalisierung

Wien, Bregenz - Nicht als der vielbeschworene Jobkiller, sondern als durchaus robuster Beschäftigungsmotor fürs Inland hat sich die Internationalisierung der heimischen Wirtschaft erwiesen.

Wie jetzt vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) und vom Industriewissenschaftlichen Institut (iwi) unabhängig voneinander durchgeführte Studien ergaben, haben die unterschiedlichen Outsourcing-Aktivitäten unserer Betriebe zwischen 1995 und 2000 einen positiven Beschäftigungseffekt von im Schnitt 7500 Arbeitsplätzen pro Jahr (österreichweit) gezeitigt.

Zwischen 2000 und 2003 waren es immerhin noch 4300 Jobs Zuwachs pro Jahr. Was unter so genannten Dekompositionsanalysen und Input-Output-Modellen zu verstehen ist, mit denen die wiiw- und iwi-Wissenschafter den positiven Beschäftigungssaldo besagter Internationalisierungs-Aktivitäten ermittelten, lässt sich z. B. anhand der Entwicklung beim Liebherr-Werk-Nenzing sehr verständlich veranschaulichen.

Auch dort sahen Pessimisten, als die Gründung eines ausgelagerten Fertigungsstandortes in Rostock (D) angekündigt wurde, die Jobs im Stammwerk im Walgau den Bach abgehen. Liebherr Nenzing-Marketingchef Mag. Wolfgang Pfister vor einem Monat zu diesen Fakten: „Seit Rostock-Inbetriebnahme Ende 2005 stieg die Zahl der Beschäftigten am Standort Nenzing von 1219 auf 1650, zu denen nach der Betriebserweiterung hier noch einmal 50 bis 100 Arbeitsplätze hinzu kommen. Und in Rostock fuhren wir in dieser kurzen Zeit faktisch von 0 auf 800 hoch.“ Für Wirtschaftskammer-Direktor Dr. Peter Kircher ist Liebherr „zwar hoch erfreulich, wenn auch nicht wirklich typisch für die Situation im Bundesland“. Denn: Der Beschäftigungsschub ging bei uns weniger von Auslands-Standortgründungen, als vielmehr vom klassischen Export aus – und in der Disziplin sind Ländle-Firmen bekanntlich „Weltmeister“. Kircher: „Unsere Exportleistung pro Kopf der Bevölkerung beträgt 20.650 Euro, die Österreichs gesamt 13.790 Euro. Damit hängen wir sogar Spitzen-Exporteure wie Schweizer, Schwaben und Bayern ab.“

Anders gesagt: Von 1995 bis 2007 stieg die Beschäftigung im Ländle um 11,6 Prozent, das Exportvolumen aber um sagenhafte 171 Prozent an. Anton Strini, Chef des Arbeitsmarktservice (AMS) Vorarlberg, hat auf unser Ersuchen die Zahlen zur Beschäftigungsentwicklung seit 1995 ausgehoben Da fällt auf, dass ausgerechnet in den beiden Jahren nach EU-Beitritt ein Rückgang zu beklagen war. „Da ist der Konjunktureinbruch ablesbar, der sich seit 1994 ankündigte und uns viel schärfer traf als andere Bundesländer. Textil war damals besonders schwer betroffen.“ Aber auch ein Plus von fast 2 Prozent im Jahr 2007 „tanzt aus der Reihe“. Strini: „Letztes Jahr lief’s ja auch super. Die Exporte boomten, der Bau florierte, der Fremdenverkehr hatte seiner Supersaison. Und auch im Handel klingelten die Kassen. Entsprechend wohl tat dies auch unserer Arbeitslosen-Statistik.“

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Jobmotor Internationalisierung
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen