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Jährlich rund 180 verletzte Fußgänger in Vorarlberg

„Zu Fuß gehen ist sowohl persönlich als auch gesamtgesellschaftlich positiv: Fußgänger sind umweltschonend und gesund unterwegs, brauchen wenig Platz und verursachen keine Emissionen“, sagt Martin Pfanner, Leiter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) in Vorarlberg. Allerdings sind Fußgänger die ungeschütztesten Verkehrsteilnehmer.

Fußgängerunfälle in Vorarlberg

Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (2005 – 2009) wurden in Vorarlberg jährlich rund 180 Fußgänger bei Verkehrsunfällen verletzt. Die meisten Verletzten (32 %) sind Erwachsene zwischen 25 und 64 Jahren und Kinder unter 15 Jahren (32 %). Bei den insgesamt 26 in den vergangenen fünf Jahren in Vorarlberg getöteten Fußgängern waren 58 Prozent Senioren (65 Jahre und älter). Etwas mehr Frauen (54 %) als Männer verunfallen als Fußgänger.  Hauptunfallgegner bei Fußgängerunfällen sind in Vorarlberg zu 77 Prozent Pkw, gefolgt von Radfahrern mit neun Prozent. Fast ein Drittel (32 %) der verletzten Fußgänger verunfallte auf einem Zebrastreifen. Die Monate mit den meisten Fußgängerunfällen sind November und Dezember. Deshalb sollten  Fußgänger besonders in diesen Monaten auf ihre Sichtbarkeit achten und reflektierende Kleidung tragen oder Reflektormaterial an der Kleidung anbringen, um sich selbst sichtbar zu machen.

Fußgängerunfälle in Bregenz

Sowohl im Land als auch in Bregenz beträgt der Anteil der verletzten Fußgänger am Gesamtunfallgeschehen acht Prozent. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre wurden jährlich ca. 72 Personen als Fußgänger in Bregenz verletzt, wobei die Zahl der Fußgängerunfälle von 2008 auf 2009 deutlich zugenommen hat. In Bregenz waren 31 Prozent der verletzten Fußgänger Kinder bis 14 Jahre, 30 Prozent waren Erwachsene (zwischen 25 und 64 Jahre).  Auch in Bregenz war der Pkw Hauptunfallgegner bei Fußgängerunfällen (73 %). Bei elf Prozent der Fußgängerunfälle waren Radfahrer Unfallgegner. Fast ein Drittel der Fußgänger wurden auf  Zebrastreifen verletzt (31 %).

Als Fußgänger nicht überraschend auf den Zebrastreifen treten

Tatsache ist, dass sowohl Fußgänger als auch Kfz-Lenker Regeln zu beachten haben und zur Verantwortung gezogen werden können. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) dürfen Fußgänger an ampelgeregelten Zebrastreifen nur dann die Fahrbahn queren, wenn sie Grün haben. Springt die Ampel um, während man sich auf der Straße befindet, muss die Fahrbahn so schnell wie möglich verlassen werden. „Will ein Fußgänger auf einem ungeregelten Zebrastreifen über die Straße, darf er nicht unmittelbar vor einem herannahenden Fahrzeug und für den Lenker überraschend auf den Zebrastreifen treten“, warnt Pfanner die Fußgänger zur eigenen Sicherheit. Ein Zusammenprall mit einem Pkw bei “nur” 20 km/h birgt für einen Fußgänger ein Risiko von etwa 35 Prozent, sich schwere Verletzungen zuzuziehen. Bei 50 km/h besteht bereits ein 40-prozentiges Risiko, dass der Unfall tödlich endet, bei 70 km/h gibt es kaum Überlebenschancen für den Fußgänger.

Achtung Autofahrer bei Zebrastreifen!

Seit 1. Oktober 1994 ist der prinzipielle Vorrang des Fußgängers auf ungeregelten Zebrastreifen in der StVO verankert: „Der Lenker eines Fahrzeuges hat einem Fußgänger, der sich auf einem Schutzweg befindet, oder diesen erkennbar benützen will, das ungehinderte und ungefährdete Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen“, erläutert Pfanner die Rechtslage für Autofahrer. Die “Gefährdung oder Behinderung von Fußgängern” ist seit 1. Juli 2005 ein Delikt des Vormerksystems.

Ob Zebrastreifen richtlinienkonform und verkehrssicher sind, kann das KfV im Auftrag der Gemeinden überprüfen. Allen Beteiligten muss klar sein, dass ihr eigenes Verhalten den Grad der eigenen und fremden Sicherheit mitbestimmt. Wer rücksichtsvoll und eindeutig agiert, hilft die Verkehrssicherheit zu erhöhen. „Eindeutige Signale, sowohl von Seiten des Fußgängers als auch des Autofahrers tragen zur Klärung der Situation und somit zur Sicherheit bei“ appelliert Pfanner.

Was Sie als Fußgänger beachten sollten:

• Geben Sie Ihre Absicht, die Straße zu überqueren, deutlich zu verstehen.
• Suchen Sie vor dem Queren der Straße Blickkontakt mit den Fahrzeuglenkern – besonders mit einbiegenden.
• Überqueren Sie die Straße zügig – laufen Sie nicht.
• Vorsicht bei anhaltenden Fahrzeugen: diese werden gelegentlich von unachtsamen Fahrzeuglenkern überholt.
• Machen Sie sich sichtbar, besonders in der Dunkelheit oder bei Regen. Rückstrahler an der Kleidung oder als Anhänger können Lebensretter sein.

Was Sie als Fahrzeuglenker für die Sicherheit der Fußgänger beachten sollten:

• Fußgänger haben Vorrang! Nicht nur auf dem Zebrastreifen, sondern bereits dann, wenn sie diesen erkennbar benützen wollen.
• Ein Menschenleben sollte Ihnen jede Verzögerung im Straßenverkehr wert sein. Die Last, einen Menschen verletzt oder gar getötet zu haben, tragen Sie ein Leben lang.
• Ihre Tempowahl und Ihr Bremsverhalten können über Leben und Tod eines Fußgängers entscheiden.
• Achtung Abbieger: Der Fußgänger hat Vorrang.
• Niemals Überholen oder Vorbeifahren am Zebrastreifen! Tödliche Gefahr für Fußgänger! Besonders für Kinder, die hinter anhaltenden Fahrzeugen nicht sichtbar sind.

(Quelle: Kuratorium für Verkehrssicherheit)

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