Jets nach wie vor in den Sternen

Munition für die Eurofighter-Gegner hat Josef Bernecker, ehemaliger Leiter der Luftabteilung im Verteidigungsministerium, bei seiner Befragung vor dem Untersuchungsausschuss geliefert.

Er sagte aus, dass die Eurofighter „nach wie vor in den Sternen“ stünden und ihre Realisierung nicht absehbar sei. Der pensionierte Beamte bestätigte zudem Entwicklungsprobleme bei EADS.

Auf den Vertrag angesprochen meinte Bernecker, es sei offenbar etwas „Vertragsgegenstand geworden, das es nicht gegeben hat“. Eurofighter habe sowohl bei der Angebotseinholung 2001 als auch während der Bewertung „nichts außer Prototypen“ gehabt. Es sei „nichts geflogen“. Man habe nur gewusst, dass es ein „ehrgeiziges Projekt“ europäischer Luftraumüberwachung gewesen sei.

Bernecker bekräftigte auf eine entsprechende Frage, dass der Fertigungsauftrag für Tranche 2 erst im Dezember 2004 erteilt worden sei und Österreich damit Flugzeuge bestellt habe, für die es bis heute keine Prototypen gebe. Das erste Flugzeug der ursprünglich für 2005 geplanten Tranche 2 wird es laut Bernecker erst 2008 geben. Verursacht worden seien die Verzögerung durch technische Probleme und die deutsche Regierung, erklärte Bernecker.

Die vier Herstellernationen hätten bis Ende 2004 um Tranche 2 gestritten. Damit habe es 2001 noch keinen Entwicklungs- und Fertigungsauftrag gegeben. „Das war ja das Problem“, so Bernecker. Die Tranche 1, die Mitte des Jahres an Österreich geliefert wird, verfügt laut Bernecker nicht über die „volle Flugsicherheit“.

Man sei mit EADS ständig in Verbindung gewesen und habe daher um die Entwicklung bescheid gewusst. Seiner Meinung nach sei es damals fünf Jahre zu früh gewesen, um über Eurofighter in Österreich zu sprechen, so Bernecker. Er bezeichnete das EADS-Angebot als „nicht bewertungsreif“. „Sie sind noch immer nicht so weit, aber das ist normal“, so Bernecker, der sich persönlich auf die Eurofighter „nicht eingelassen“ hätte. Der ehemalige Beamte bezeichnete die schwedischen Gripen als „die vernünftigste Lösung für Österreich“.

Bernecker widersprach zudem seinem Kollegen Wolfgang Spinka, der ausgesagt hatte, den ersten Kontakt mit EADS-Vertretern erst nach Ende der Bewertung gehabt zu haben. „Spinkas Leute“ seien auf jeden Fall bei Präsentationen dabei gewesen, so Bernecker.

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