Jeder fünfte Euro kommt vom Tourismus

Tourismus mit 3,8 Mrd. Euro Regionalprodukt
Tourismus mit 3,8 Mrd. Euro Regionalprodukt ©Wirtschaftskammer
Vorarlbergs Tourismus trägt Milliarden zum Bruttoregionalprodukt bei - in der Saison 2018/19 waren das rund 3,22 Mrd. Euro. Der Beitrag zum gesamtösterreichischen BIP erreichte 568 Mio. Euro.

Das geht aus einer Studie hervor, die das Land Vorarlberg und die Wirtschaftskammer am Freitag präsentierten. Durch die Corona-Pandemie seien der Volkswirtschaft in einem Tourismusjahr 2,1 Mrd. Euro und 850 Mio. Euro an Steuern verloren gegangen.

20 Prozent der Wertschöpfung

Der Beitrag des Tourismus entspreche etwa 20 Prozent der Wertschöpfung des Landes, so Vertreter des Landes und der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV). Am meisten vom Tourismus profitierte laut der von der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) erstellten Studie naturgemäß der Sektor Beherbergung und Gastronomie mit einer Bruttowertschöpfung von 1,06 Mrd. Euro und 11.000 Arbeitsplätzen. Die Destination Bodensee Vorarlberg war die bei weitem stärkste hinsichtlich Bruttowertschöpfung (944 Mio.) und Beschäftigung (8.100 Vollzeitäquivalente).

Positiv betroffen waren zudem die Sektoren Verkehr und IT (340 Mio. Euro), Handel (254 Mio. Euro) sowie Handwerk und Industrie (191 Mio. Euro). Insgesamt schuf der Tourismus in Vorarlberg 31.000 Arbeitsplätze, rund 26.500 davon im Land. In Form von Steuern und Abgaben sowie Sozialversicherungsbeiträgen seien dadurch rund 1,5 Mrd. Euro an die öffentliche Hand geflossen, so Studienautor Friedrich Schneider.

Auswirkungen der Pandemie

Von den Rückgängen durch die Corona-Pandemie waren Gastronomie und Beherbergung am stärksten betroffen, in diesem Sektor fiel 670 Mio. Euro weniger Bruttowertschöpfung an. Zudem litten die Sektoren Grundstücks- und Wohnungswesen (minus 181 Mio. Euro), Verkehr und IT (minus 163 Mio. Euro), Handel (minus 143 Mio. Euro) sowie Industrie und Handwerk (minus 107 Mio. Euro) "Bei Fehlen des Tourismus als wesentlichem Sektor gehen der Volkswirtschaft innerhalb eines Tourismusjahres 2,1 Mrd. Euro, 850 Mio. Euro an Steuern und Abgaben sowie etwa 17.000 Arbeitsplätze verloren", so WK-Spartenobmann Markus Kegele, der durch die Studie die Rolle des Tourismus als Antrieb der Wirtschaft bestätigt sah.

Tourismusstrategie 2030

Der Vorarlberger Tourismus-Landesrat Christian Gantner (ÖVP) sah sich durch die Studienergebnisse in den Bemühungen des Landes bestärkt, Tourismusbetriebe in der Pandemie zu unterstützen. Besonders ländliche Regionen profitierten von den Effekten durch den Nächtigungstourismus. Die Branche investierte von 2014 bis 2018 den Angaben zufolge durchschnittlich 123 Mio. Euro jährlich. Dadurch seien rund 166 Mio. regionalwirtschaftliche Effekte in Österreich ausgelöst worden. Davon profitiert habe vor allem die Bauwirtschaft. In Vorbereitung der neuen Vorarlberger Tourismusstrategie 2030, die 2022 vorgestellt werden soll, präsentierten Land und WKV kürzlich bereits eine Studie zur Tourismusgesinnung und -akzeptanz der Bevölkerung in dem Bundesland.

(APA)

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