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Jeder dritte Italiener ist armutsgefährdet

In Italien ist beinahe jeder Dritte armutsgefährdet.
In Italien ist beinahe jeder Dritte armutsgefährdet. ©dpa
Fast jeder dritte Italiener ist von Armut bedroht. Seit Beginn der Wirtschaftskrise 2008 ist die Zahl der Italiener, die laut dem Statistikamt Eurostat durch soziale Ausgrenzung, oder Armut gefährdet sind, von 25,3 Prozent auf 29,9 Prozent gestiegen. Dies entspricht über 18 Millionen Menschen.

Armutsgefährdet sind Familien, die ihre Wohnung nicht heizen können, kein Auto besitzen, nicht regelmäßig Fleisch oder ähnlich proteinhaltige Lebensmittel konsumieren können oder nicht in der Lage sind, unvorhersehbare Ausgaben zu decken. Auch Familien, deren Mitglieder arbeitslos oder unterbeschäftigt sind, gehören zu dieser Gruppe.

Einkommensrückgang und Steuerdruck

Italien ist damit nach Griechenland das EU-Land mit dem größten Problem sozialer Ausgrenzung. In Griechenland sind 34,6 Prozent der Bürger armutsgefährdet. Auch die Kaufkraft der italienischen Familien ist während der Finanzkrise stark gesunken, allein im Vorjahr um 4,9 Prozent. Damit wurde ein Tiefststand seit Anfang der 1990er Jahre erreicht, heißt es im Statistikbericht. Dies ist hauptsächlich auf den Einkommensrückgang und den höheren Steuerdruck zurückzuführen.

Soziale Stützungsmaßnahmen

Seit Beginn der Krise 2008 ist die Kaufkraft der italienischen Familien sogar um 9,4 Prozent gesunken. Wegen des geringeren Einkommens haben die Italiener ihre Konsumausgaben im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent verringert. Immer mehr Italiener sind wegen der Krise auf soziale Stützungsmaßnahmen angewiesen. Die Zahl der Arbeitslosen oder Kurzarbeiter ist von 2011 auf 2012 um 20,5 Prozent auf 3,9 Millionen gestiegen. Der Trend hält auch in diesem Jahr an. Laut der Fürsorgeanstalt INPS sind die Ausgaben für soziale Stützungsmaßnahmen 2012 um 19 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro gegenüber 2011 geklettert. (APA)

 

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