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Jeden Tag am Volk

Eugen Neuhauser erzählt die Geschichte der Honigbienen.
Eugen Neuhauser erzählt die Geschichte der Honigbienen. ©Edith Rhomberg
Eugen Neuhauser sprach über seine Erfahrungen als einer der führenden Buckfastbienenzüchter Europas. 
150 Jahre Dornbirner Bienenzuchtverein

 

Dornbirn. Was der alles über die Bienen weiß! Das erstaunte nicht nur die Laien unter dem Publikum. Am vergangenen Sonntag erfuhren jene, die es noch nicht wussten, dass in den Reihen des Dornbirner Vereins eine Koryphäe auf dem Gebiet der Bienenzucht ist: „Eugen Neuhauser ist bei den professionellen Imkern Italiens bekannter als der Papst“, sagte der Dornbirner Architekt und Hobbyimker Herbert Müller. Neuhauser ist Zuchtwart im Dornbirner Bienenzuchtverein und gilt als einer der führenden Buckfastbienenzüchter Europas.

Das und einiges mehr war zu erfahren beim Fest der Imker, die zum Jubiläum 150 Jahre Bienenzuchtverein Dornbirn 1868 zum Lehrbienenstand Im Äuele geladen hatten. Die Besucher radelten herbei und erfreuten sich an dem vielseitigen Programm, das die Vereinsmitglieder und Obmann Reinhard Spiegel bei idealen Wetterbedingungen am Fuß des Breiten Berges für Klein und Groß boten. Peter Alge bebilderte im Zeitraffer die Entstehung des Erweiterungsbaus. Er gab Einblick in das aktive Vereinsgeschehen beim regelmäßigen Hock und darüber hinaus. Im Freien fanden im Stundentakt lehrreiche Führungen statt.

 

Ein erfahrener Bienenzüchter

Eugen Neuhauser, gelernter Koch, ist auf zwei Weltreisen viel herumgekommen, wie er sagte. „Seit 25 Jahren halte ich mich an den Weg, den Bruder Adam vorgegeben hat“, so der Spezialist. Bruder Adam (1898-1996) war Mönch in der englischen Benediktinerabtei Buckfast, Devon. Er wurde durch die Zucht seiner Buckfastbiene zu einem der bekanntesten Imker der Neuzeit.

Sehr eindrücklich zeigte und erklärte Neuhauser Details an der geöffneten Beute, wie die Behausung des Bienenvolkes heißt. Niemand wurde gestochen. „Das wäre früher undenkbar gewesen“, betonte er und verwies auf das Ergebnis der erfolgreichen Züchtung. Jedes neue Bienenvolk ist eine Geschichte, deren Verlauf Neuhauser ein ganzes Jahr lang studiert. Er ist jeden Tag am am Volk. Im zweiten Jahr, wenn er die Bonität kennt, kommt die Königin in die Zucht. Ohne Genetik geht nichts, so Neuhauser, der auch seine Vorlieben im Erbmaterial preisgibt. Als Schwachsinn bezeichnet er zunächst die Ansicht, dass zu 90 Prozent die Hochleistung, also der Honigertrag, wichtig sei. Die Stechlust der Biene soll untergeordnet sein und als Grundstein für die Leistung bezeichnete er ausschließlich die Gesundheit des Bienenvolkes. So mancher Besucher dachte sich, wie schön es doch wäre, eines Tages selbst Bienen und eigenen Honig zu haben. „Die Unterstützung dafür ist den Neuen sicher“, sagte Obmann Spiegel, der sich über Zuwachs im Verein freut.

 

Was bedeuten die Bienen für dich?

 

Martin Putzger, 14, Dornbirn

Man soll die Bienen nicht nur wegen des Honigs halten. Sie sind sehr wichtig für die Bestäubung. Außerdem darf in der Natur nicht viel gespritzt werden, oder zumindest bienenfreundlich. In Bio lernen wir darüber in der Schule.

 

Heiko Putzger, Dornbirn

Mit der Imkerei habe ich allein angefangen, mich im Internet informiert und mir eine Basis der Theorie angeeignet. Dann kam ich zum Verein und lernte Schritt für Schritt mehr darüber. Inzwischen habe ich sieben Bienenvölker.

 

Marko Bodé, Dornbirn

Als ich beim Heuen half , sind wir auf einen Bienenschwarm gestoßen, den wir eingefangen haben. Ich habe einen Grundkurs gemacht und im Verein dazugelernt. Ich bin gern Imker und habe 40 Völker, auch in Winsau.

 

Melitta Bolter, Koblach

Mein Mann und ich sind seit etwa 11 Jahren Hobbyimker, wir haben das vom Vater übernommen, als er aufhörte. Ich bin mit großem Spaß dabei, auch wenn damit Arbeit verbunden ist. Es ist außerdem eine sinnvolle Beschäftigung.

 

Erwin Bolter, Koblach

Ich bin seit zwei Jahren Obmann im Bienenzuchtverein Koblach-Meiningen. Vom Versprechen der Politik, mehr für den Schutz von Wild- und Honigbienen zu tun, halte ich viel. Mehr Miteinander und Offenheit würde uns viel bringen.

 

 

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