Jüdisches Museum wird renoviert

1991 wurde das Jüdische Museum Hohenems eröffnet. Nach 15 Jahren Arbeit sei nun eine Neuorientierung notwendig, sagte Direktor Hanno Loewy am Mittwoch in einem Pressegespräch.

Als regionales Museum mit internationaler Ausstrahlung erinnert das in der 1864 erbauten Villa Heimann-Rosenthal etablierte Museum an die landjüdische Gemeinde Hohenems seit 1617 und deren vielfältige Beiträge zur Entwicklung Vorarlbergs und der umliegenden Regionen. Nach 15 Jahren Arbeit zwischen kritischer Heimatgeschichte und Vergegenwärtigung des jüdischen Erbes sei nun eine Neuorientierung nötig.

Gemeinsam mit Vertretern der Stadt Hohenems, des Landes Vorarlberg, des Fördervereines und Architekt Erich Steinmayr wurden Pläne für den Umbau und die Gestaltung einer neuen Dauerausstellung präsentiert. Loewy erinnerte daran, dass der gewachsenen Internationalität des Hauses Rechnung getragen und die Geschichte der Hohenemser Juden stärker in ihrer europäischen Dimension dargestellt werden soll. Die künftige ständige Ausstellung wird von Kurator Hannes Sulzenbacher (Wien) neu konzipiert, Geschichte soll nicht einfach erzählt werden, vielmehr werden Fragen nach Spannungsfeldern jüdischer Geschichte und Kultur in Hohenems, Westösterreich und der Bodenseeregion, einschließlich Ostschweiz, aufgeworfen. „Mehrsprachigkeit wird die künftige Ausstellung einem internationalen Publikum weiter öffnen“, hofft Loewy auf eine Steigerung der Besucherzahlen (derzeit rund 10.000 jährlich; Anm.) aus aller Welt.

Die Architekten Erich Steinmayr und Friedrich H. Mascher, die u.a. mit dem Umbau der Albertina von sich reden gemacht haben, wollen auf Basis des neuen Ausstellungskonzepts die alte Villa im Ober- und Dachgeschoss radikal abstrahieren und für den Museumsbedarf umgestalten. Die Gesamtkosten des Umbaus wurden mit rund 700.000 Euro angegeben. Neben der Stadt Hohenems, dem Land Vorarlberg und dem Bildungsministerium werden zahlreiche Sponsoren und im In- und Ausland in die Finanzierung eingebunden. Das Jahresbudget des Museums beläuft sich auf rund 600.000 Euro.

Bis Jahresende 2006 läuft der Ausstellungsbetrieb, Anfang 2007 wird das Haus vorübergehend geschlossen. Am 29. April 2007 soll das runderneuerte Jüdische Museum Hohenems wieder eröffnet werden.

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