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Japan: Todesurteil für Internet-Mörder

In Japan ist ein Mann zum Tod verurteilt worden, weil er Bekanntschaften aus einem Selbstmord-Forum im Internet getötet hat. Ein Gericht in Osaka sprach den 38-Jährigen Hiroshi Maeue schuldig.

Der Mann hat im Jahr 2005 drei junge Selbstmordkandidaten umgebracht.

„Das Verbrechen war grausam, brutal und abscheulich“, sagte der Vorsitzende Richter Kazuo Mizushima laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Jiji. Mit dem Verbrechen habe der Angeklagte seine sexuellen Wünsche befriedigen wollen. „Es ist schwierig für ihn, diese Anomalität zu ändern“, fügte der Richter hinzu. Daher habe das Gericht keine andere Wahl als die Todesstrafe zu verhängen.

In dem Prozess hatte sich der Angeklagte schuldig bekannt. Nach der Urteilsverkündung verbeugte er sich nach japanischer Tradition tief vor dem Richter und bat darum, für die Seelen der Verstorbenen zu beten. Dem Gericht zufolge lernte Maeue seine Opfer 2005 in einem der in Japan weit verbreiteten Internet-Foren für potenzielle Selbstmörder kennen. Er lockte die 25-jährige Frau, den 21-jährigen Mann und den 14-jährigen Schüler unter dem Vorwand eines gemeinsamen Selbstmordes nacheinander in eine entlegene Bergregion. Dort zog er seine Opfer aus, fesselte und erwürgte sie. In einem psychiatrischen Gutachten wurde dem Angeklagten die volle geistige Zurechnungsfähigkeit bescheinigt.

Kollektive Selbstmorde sind ein weit verbreitetes gesellschaftliches Phänomen in Japan. In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der zwischen Fremden verabredeten Selbstmorde drastisch zu. Oft suchen die Suizid-Kandidaten entlegene Bergregionen auf und töten sich in aller Stille mit Gift. Viele der Selbstmörder sind Schüler.

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