Jammern einstellen und kämpfen

Bregenz - Der AK-Vorstand Baur Günther von der FA fordert den Landeshauptmann auf etwas gegen die drohende Zerschlagung der Textilindustrie in Vorarlberg zu unternehmen.

Noch gebe es ca. 4000 Arbeitsplätze in der Industrie und im Gewerbe und genau um jeden einzelnen gelte es zu kämpfen.

Dass es gehe, beweisen andere Länder in Europa, die demselben Strukturwandel ausgesetzt sind. Italien habe für knapp 6000 gefährdete Textilarbeiter von der EU 35 Mill. Euro bekommen, Portugal für 2400 Arbeitsplätze 2,4 Mill. und Malta für 675 gar 700.000 Euro. “Anscheinend lassen sich die österreichischen Politiker hier wieder von der EU über den Tisch ziehen, oder haben sie einfach keine Ahnung?”, fragt sich Baur.

Für Baur sei es unerträglich geworden, wenn Politiker und Politikerinnen “sich mit traurigen Minen in den Medien präsentieren und den Mitarbeitern sogar ihr Mitgefühl aussprechen”, wie es Manuela Auer im Fall Böhi getan habe. Die Textilarbeiter und Arbeiterinnen erwarten sich Lösungen und Rezepte, die ihren Arbeitsplatz retten und nicht das Bemitleiden ihrer Situation.

Der EU – Globalisierungsfonds würde es ermöglichen.

Aus diesem Topf bedienen sich alle Europäischen Länder, wenn sie Schwierigkeiten haben, nur die Österreicher nicht. “Als Nettozahler lassen sich die österreichischen Politiker wiederum nur auf der Nase herum tanzen”, meint Baur Günther.

Richtig fördern hieße den Mitarbeiter fördern:

Die Situation bei Wolford zeige es genau auf, in welchem Dilemma sich die EU befinde. Wenn hier die Aussage kommt, dass in Slowenien um 40% billiger produziert werden könne, so sei das ein klares Versagen der EU und auch von Österreich, dass man zugelassen hat, dass solche Staaten in die EU aufgenommen werden.

Für Baur liege die Sache auf der Hand. Um diesem Wettbewerbsvorteil Herr zu werden, müssen Gelder her, um die heimischen Betriebe zu fördern, damit sie die verlängerte Werkbank nicht auslagern. Im Falle Wolford schlägt Baur eine Subjektförderung vor, die auch Beispiel für andere sein könnte.

Das heißt: Das bestehende Personal bei Wolford soll namentlich gefördert werden. Jeder derzeit Beschäftigte in der Textilindustrie und im Gewerbe erhält einen Ausweis. Für diesen Mitarbeiter erhält der Textilbetrieb eine Förderung (zB. Auf Energie). Wenn dieser Mitarbeiter gekündigt wird, verliert der Betrieb auch die Förderung für diese(n) Frau(Mann).
Mit diesem Ausweis könnte dieser Beschäftigte jederzeit innerhalb der Branche Textil wechseln und wäre so ein wertvoller Mitarbeiter, was sich auch finanziell auswirken könnte

Hier gehe es um die Erhaltung der Beschäftigten in Vorarlberg und finanzieren soll das der Globalisierungsfond (EGF) der EU. Dort sei das nötige Kapital vorhanden, um diesen Schritt zu machen, so Baur, der eine Dringlichkeit in dieser Frage erkennt. Der EGF werde jedes Jahr mit 500 Mill. Euro gefüllt und anscheinend schöpfen dort alle ab, “nur der brave Nettozahler Österreich nicht”, ärgert sich Baur.

So wird aus Frankreich und Portugal bereits wieder bekannt, dass Unternehmen nach Europa zurück kommen wollen, hier aber die Fachkräfte (Seidenweberei in Frankreich) nicht mehr vorhanden sind, weil diese bereits umgeschult sind und inzwischen einem neuen Erwerb nachgehen. Dies dürfe in Vorarlberg nicht passieren, darum fordern die Freiheitlichen Arbeitnehmer die Landesregierung auf, “die Hemdsärmel aufzukrempeln, das Jammern einzustellen und endlich etwas für diesen gebeutelten Industriezweig zu unternehmen”.

Quelle: Presseaussendung der Freiheitlichen Arbeitnehmer Vorarlbergs

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Jammern einstellen und kämpfen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen