Jahrhundert-Projekt am Rhein

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Schwarzach - 400 Millionen Euro: Ein Gigantisches Hochwasserschutzprojekt am Rhein entsteht.

Über 500.000 Menschen wohnen, arbeiten und leben im 90 Kilometer langen Alpenrheintal von Reichenau bis zum Bodensee – entlang des Rheins, in einem höchst sensiblen, weil hochwassergefährdeten Gebiet. Nun soll mit einem gigantischen Projekt ebenjener Hochwasserschutz links und rechts des Rheins verbessert werden, sagten gestern Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Vizekanzler Josef Pröll: „Die geschätzten Kosten liegen bei einem Bauzeitraum von 15 bis 20 Jahren bei 400 Millionen Euro.“

Baubeginn 2015

Sausgruber sprach von einem „Jahrhundertprojekt“. Finanzminister Pröll erinnerte an die Hochwasserereignisse der vergangenen Wochen: „Es hat sich gezeigt, welch verheerende Wirkung Hochwasser haben kann. Als Finanzminister ist es mir wichtig, den bestmöglichen Schutz für die Bevölkerung in Vorarlberg zu gewährleisten – und zusammen die Finanzierung sicherzustellen.“ Baubeginn soll 2015/2016 sein, diverse Vorarbeiten, beispielsweise die Ausarbeitung von Unterlagen für ein generelles Umweltverträglichkeits-Projekt (UVP), müssen zuvor gemacht, sowie die derzeit in Arbeit befindliche „Damm-Fortstreckung“ beendet werden.

Abflusskapazität höher

Was ist konkret geplant? Der Hochwasserschutz soll durch eine Erhöhung der Abfluss-Kapazität beim Alpen­rhein auf einer Gesamtlänge von 31 Kilometern verbessert werden – von derzeit 3100 auf künftig 4300 Kubikmeter pro Sekunde. Bis heute deckt der Schutz am Rhein ein Jahrhundert-Hochwasser ab – mit dem zuvor genannten Abfluss von 3100 Kubikmetern Wasser pro Sekunde. Mit Erweiterung würde der Rhein Schutz auch bei einem 300-jährigen Hochwasser bieten, sagte Sausgruber. Ergebnisse der von der internationalen Rheinregulierung in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie, zusammen mit einer Grobkostenschätzung der ETH Zürich zeigen auch, dass der Ausbau der Abflusskapazität „sinnvoll, notwendig und auch technisch umsetzbar“ ist. Da der alte Wert auf einen Staatsvertrag zwischen Österreich und der Schweiz aus dem Jahr 1954 zurückgeht, wird ein weiterer Staatsvertrag nötig – der insgesamt vierte zwischen den beiden Nachbarstaaten. Die 400 Millionen Euro werden, entsprechend der Staatsverträge, von Österreich und der Schweiz je zur Hälfte getragen. Am österreichischen Anteil beteiligt sich Vorarlberg mit 15 Prozent, bei einer gleichzeitigen Deckelung von jährlich maximal 1,05 Millionen Euro. Die 60 Millionen Euro Betriebskosten bezahlt der Bund zur Gänze. „Es ist sehr erfreulich, dass es gelungen ist, mit dem Finanzminis­ter eine Einigung zu erzielen“, sagte Sausgruber. Pröll meinte: „Der LH ist ein harter Verhandlungspartner.

400 Millionen Euro sind für das Projekt veranschlagt. Österreich und die Schweiz tragen je die Hälfte.

4300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde soll die Abflusskapazität nach Projektende betragen.

2015/2016 soll mit den Arbeiten an dem Projekt begonnen werden.

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