IWF senkt Prognose für Euro-Zone

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Konjunkturbericht die Wachstumsprognose für die Euro-Zone für 2005 um 0,4 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent gesenkt.

Ungeachtet der hohen Ölpreise sieht der Internationale Währungsfonds (IWF) die Weltwirtschaft aber weiterhin auf solidem Wachstumskurs. Ein weiterer „substanzieller“ Anstieg des Ölpreises sei nicht auszuschließen, was zur Belastung werden könnte, konstatiert der Fonds in seinem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Halbjahresbericht („World Economic Outlook“). Dennoch hält der IWF bei seiner bisherigen Prognose für das weltweite Wachstum 2005 von 4,3 Prozent fest.

Für Österreich prognostiziert der IWF für das heurige Jahr ein Wachstum von 1,9 Prozent, für 2006 werden dann 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum erwartet. In der Frühjahrsprognose hatte der IWF für Österreich 2005 noch 2,1 und 2006 noch 2,3 Prozent Zuwachs vorhergesagt, die Prognose wurde also nach unten revidiert.

Auch die Wachstumsprognose für die Euro-Zone für 2005 wurde um 0,4 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent gesenkt. 2006 soll die Wirtschaft der Euro-Zone dann um 1,8 Prozent wachsen. Im Frühling hatte der IWF für 2006 noch 2,3 Prozent Wachstum in der Euro-Zone veranschlagt.

Bisher sei die Auswirkung des Ölpreises auf das globale Wachstum zwar “überraschend moderat“, stellt der IWF fest. In Zukunft könnten die Effekte aber zunehmen, so durch eine mögliche Dämpfung des Verbrauchervertrauens und einen zu befürchtenden steileren Anstieg der Zinsen. Besonders von diesen Risiken betroffen seien Regionen wie die Eurozone, wo die Binnennachfrage ohnehin schon schwach sei.

Für Deutschland geht der Fonds von 0,8 Prozent Wachstum 2005 aus. Für das kommende Jahr wird ein Wachstum um 1,2 Prozent vorhergesagt. Die neue Prognose des IWF für das deutsche Wachstum in diesem Jahr weicht zwar nicht von der aus seinem Bericht vom April ab, doch hatte der Fonds dann im Juni seine Vorhersage für Deutschland vorübergehend auf einen Prozent hochgesetzt. Die Prognose für 2006 senkte der IWF gegenüber seiner Juni-Vorhersage um 0,1 Prozentpunkte und gegenüber der vom April sogar um 0,7 Punkte. Die deutsche Bundesregierung erwartet dagegen 1,6 Prozent.

Während fast die gesamte Eurozone dem Bericht zufolge weiter schwächelt, bleiben die USA und China die Motoren des globalen Wachstums. Im Hurrikan „Katrina“ sieht der IWF keine nachhaltige Belastung für die US- wie die Weltwirtschaft, wenngleich dadurch der Druck auf die Ölpreise weiter gestiegen sei und der Privatverbrauchs gedämpft werden könnte. Generell merkt der Fonds an, dass der Ölpreis zunächst durch die gestiegene Nachfrage hochgetrieben worden sei, sich inzwischen aber offenbar auch die begrenzten Förder- und Raffineriekapazitäten bemerkbar machten. Trotz des Ölpreisrisikos korrigierte der IWF seine globale Prognose für 2006 jedoch nur leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent hinunter.

Für die USA korrigierte der Fonds wegen des verheerenden Hurrikans „Katrina“ seine Vorhersagen etwas nach unten. Für heuer rechnet er nun mit 3,5 statt 3,7 Prozent, für 2006 mit 3,3 statt 3,6 Prozent. Zu erwarten sei, dass die Folgen des Sturms zunehmend durch die stimulierenden Wirkungen des Wiederaufbauprogramms kompensiert würden. Wegen des Ölpreises sei aber auch damit zu rechnen, dass das US-Außenhandelsdefizit in diesem Jahr auf mehr als sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts anwachsen werde. Ein Risiko für die US-Wirtschaft sieht der IWF auch im Immobilienmarkt, dessen Boom enden könnte.

In China übertrifft das Wachstum dem Bericht zufolge weiterhin die Erwartungen. Für dieses Jahr erwartet der Fonds nun 9,0 Prozent, womit die April-Prognose um 0,5 Punkte nach oben revidiert wurde. Besonders positiv hebt der IWF die Entwicklung in Japan hervor, wo auch die Binnennachfrage wieder angesprungen sei. Die Prognose für 2005 wurde deswegen um 1,2 Punkte auf 2,0 Prozent angehoben.

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