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Italien: Generalstreik legte Land lahm

Ein vierstündiger Generalstreik gegen die Pensionsreform sowie den wirtschaftlichen Kurs der Regierung von Ministerpräsident Berlusconi hat am Freitagvormittag Italien lahm gelegt.

Hunderttausende Arbeitnehmer beteiligten sich laut den Gewerkschaften an der Protestaktion gegen die Reformpläne des Mitte- Rechts-Kabinetts, das ab 2008 die Frühpensionen abschaffen will.

Geschlossen blieben mehrheitlich Unternehmen, aber auch Postämter, Banken, Schulen und Universitäten. In Krankenhäusern gab es nur Notdienste. Auch im Nah- und Bahnverkehr kam es zu erheblichen Behinderungen.

55 Kundgebungen fanden von Mailand bis Messina statt. In der lombardischen Hauptstadt gingen rund 200.000 Menschen auf die Straßen, in Rom waren es 80.000 laut den Gewerkschaften, 15.000 laut der Polizei. In Neapel kam es zu Krawallen zwischen Arbeitslosen und der Polizei, dabei wurde eine Person festgenommen.

Stagnation

„Berlusconi hatte den Italienern ein neues Wirtschaftswunder versprochen. Dabei liegt das Land seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren lahm und erlebt die längste Stagnationsphase seit dem Zweiten Weltkrieg”, sagte Guglielmo Epifani, Chef des stärksten italienischen Gewerkschaftsverbands Cgil. Er warnte vor dem wirtschaftlichen Niedergang Italiens, dessen Industrie eine Krise nach der anderen erlebe.

Der Unternehmerverband Confindustria spielte dagegen den Erfolg der Massenmobilisierung herunter. „Die Beteiligung am Streik ist niedrig, sehr niedrig. Unseren Angaben zufolge haben sich nicht mehr als 30 Prozent der Arbeitnehmer an der Protestaktion beteiligt”, sagte der scheidende Industriellenchef Antonio D’Amato, der seit Jahren die Regierung Berlusconi zu einer raschen Umsetzung der Pensionsreform drängt.

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