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Italien: Ermittler untersuchen Sgrena-Fahrzeug

Knapp acht Wochen nach den Schüssen auf das Fahrzeug der im Irak befreiten italienischen Journalistin Giuliana Sgrena erhoffen sich die Ermittler durch eine Untersuchung des Autos Aufschluss über den Tathergang.

Der Toyota Corolla wurde am Mittwoch an Bord einer Frachtmaschine der italienischen Luftwaffe von Bagdad auf den Stützpunkt Practica di Mare nahe Rom geflogen, wie Militärsprecher Diego Simondini mitteilte. Zwischen den USA und Italien ist ein Streit über den Zwischenfall entbrannt, bei dem US-Soldaten am 4. März den italienischen Geheimdienstbeamten Nicola Calipari erschossen.

Von der Untersuchung der Einschussstellen an dem Auto erhoffen sich die Ermittler Aufschluss über die Vorgänge. Dabei geht es vor allem um die Fragen, wie weit die Soldaten von dem Fahrzeug entfernt waren und aus welchem Winkel sie geschossen haben. Nach US-Darstellung gaben die Soldaten an einer Straßensperre zunächst Warnschüsse ab und zielten dann auf den Motorraum, weil das Fahrzeug zu schnell gewesen sei. Sgrena und der Fahrer, die beide überlebten, wiesen dies jedoch zurück.

Die Schlussfolgerungen einer US-Untersuchungskommission zu Caliparis Tod waren am Dienstag in Italien auf scharfe Kritik gestoßen. Aus Washington verlautete, dass für die tödlichen Schüsse auf Calipari wohl niemand bestraft werden wird. Sgrena sprach von einer „Ohrfeige“ für Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Dieser erklärte, die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen.

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