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Israel:Parlament debattiert Gaza-Abzug

Das israelische Parlament hat die Debatte über den Abzug aus dem Gazastreifen fortgesetzt. Vor dem Parlamentsgebäude versammelten sich etwa 15.000 Menschen, um gegen die Räumung zu demonstrieren.

In allen Siedlungen im Westjordanland und im Gazastreifen blieben die Schulen geschlossen, damit die Kinder an den Protestkundgebungen teilnehmen konnten.

Abgeordnete aus den Reihen der Befürworter einer Evakuierung von Siedlungen und Armeeposten zeigten sich am Vormittag überzeugt, dass eine Mehrheit der 120 Parlamentarier den Plan von Ministerpräsident Sharon unterstützen werde. Der Regierungschef hatte sein Vorhaben am Vortag als Schritt zu einem Frieden im Nahen Osten verteidigt. Siedlerverbände und ultra- rechte Politiker haben Widerstand angekündigt.

Sharons Plänen zufolge sollen alle jüdischen Siedlungen im Gazastreifen sowie vier weitere im Westjordanland geräumt werden. Sharons Anhänger rechneten damit, dass sich mindestens 65 der insgesamt 120 Abgeordneten für den Abzug aussprechen.

Siedler werten Sharons Vorhaben als Kapitulation vor dem palästinensischen Terror. Viele Palästinenser machen geltend, dass Israel mit dem Abzug aus dem Gazastreifen nur die internationale Gemeinschaft ablenken wolle, um seine Kontrolle über Ostjerusalem und das Westjordanland zu festigen.

Die Militäraktion im Flüchtlingslager Khan Yunis im Gazastreifen, die am Sonntagabend begonnen hatte, hat indes insgesamt 16 Palästinenser das Leben gekostet. Bei einem israelischen Luftangriff am Dienstagmorgen wurde ein Mitglied der militanten Hamas-Bewegung getötet, sieben weitere Menschen wurden verletzt. Nach UNO-Angaben zerstörte die Armee im Verlauf der Offensive 23 Häuser und beschädigte das Wassersystem sowie die Kanalisation.

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