Israel fliegt Angriffe auf Ziele in Gaza

Israel setzt seine Operationen gegen militante Palästinensergruppen fort. In der Nacht auf Montag beschossen Kampfhubschrauber erneut Ziele im Gaza-Streifen.

In Beit Hanoun sei bei einem der Angriffe eine Palästinenserin von einem Raketensplitter am Kopf verletzt worden, berichteten Augenzeugen.

Nach Angaben der israelischen Armee griff die Luftwaffe im Gaza-Streifen vier Gebäude an, die zur Herstellung und Lagerung von Waffen dienten. Im Westjordanland nahmen Soldaten in der Nacht weitere 50 mutmaßliche Mitglieder der radikalen Gruppen Hamas und Islamischer Jihad fest.

Hamas hatte am Sonntagabend die Einstellung aller Angriffe auf Israel vom Gaza-Streifen aus angekündigt. Der Islamische Jihad kündigte hingegen Vergeltungsschläge an, nachdem der Chef des militärischen Jihad-Flügels, Mohammed Khalil, bei einem israelischen Raketenangriff auf sein Auto in Gaza-Stadt getötet wurde. Man fühle sich der Waffenruhe nicht mehr verpflichtet, teilte die Gruppe mit. Die Armee hatte zwei Wochen nach dem israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen wegen palästinensischer Raketenangriffe auf den Süden Israels am Sonntag eine Offensive begonnen.

Nachtmeldung

Israel ist in der Nacht zum Montag gegen mehrere Ziele im Gazastreifen vorgegangen. Ein Hubschrauber feuerte zwei Raketen auf ein Ziel in Gaza-Stadt ab, daraufhin fiel im Osten der Stadt der Strom aus. Der Angriff ereignete sich, als viele Gläubige zum Morgengebet strömten. Nach palästinensischen Angaben wurde eine Metallwerkstatt zerstört, verletzt wurde niemand. Der Angriff löste einen Brand aus, der von der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht wurde. Nach Angaben der israelischen Armee wurde die Werkstatt von der Hamas-Bewegung zum Bau von Waffen genutzt.

Nach mehreren Angriffen auf Ortschaften im Süden des jüdischen Staats am Wochenende hat Israel eine Offensive gestartet. Im Süden des Gazastreifens feuerten israelische Flugzeuge nach Angaben der Streitkräfte Raketen auf drei Gebäude, die zum Bau und zur Lagerung von Waffen genutzt würden. Palästinensischen Angaben zufolge schlugen die Raketen auf freier Fläche in der Ortschaft Khan Younis ein, in einer benachbarten Textilfabrik gingen Fensterscheiben zu Bruch. Eine weitere Rakete sei nahe der Grenzstadt Rafah eingeschlagen.

In der Nähe eines Industriegebiets nördlich von Gaza-Stadt feuerte ein israelischer Hubschrauber am frühen Montagmorgen eine Rakete ab. Die israelischen Streitkräfte erklärten, sie hätten eine Straße angegriffen, die von militanten Palästinensern zu Raketenangriffen auf Israel genutzt werde. Der Angriff habe dazu gedient, die weitere Nutzung der Straße zu verhindern. Gebäude oder Menschen seien nicht angegriffen worden. Die palästinensischen Behörden erklärten, die Rakete sei auf freier Fläche in der Nähe des Industriegebiets eingeschlagen. Berichte über Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Am Wohnhaus des Sprechers des palästinensischen Innenministeriums in Gaza fielen am Sonntagabend Schüsse. Sprecher Tawfik Abu Chussa wurde nach eigenen Angaben nicht verletzt. Es handle sich um den dritten Attentatsversuch in den vergangenen Tagen, sagte er. Augenzeugen zufolge dauerte der Zwischenfall mehrere Minuten, bevor die Angreifer flüchteten. Das Haus wurde von der Polizei abgeriegelt.

Nach einer Explosion mit 20 Toten während einer Kundgebung der Hamas am Freitag war es zwischen den Behörden und der Organisation zu Unstimmigkeiten gekommen. Die Hamas machte Israel für die Explosion verantwortlich und warf Abu Chussa Verrat vor, weil er diese Darstellung nicht stützte. Abu Chussa sagte dagegen, die Explosion sei vermutlich auf leichtsinnigen Umgang mit Sprengstoff zurückzuführen. Israel wies eine Beteiligung an dem Zwischenfall zurück.

Militante Palästinenser feuerten nach israelischen Militärangaben am Sonntagabend vom Gazastreifen aus eine Mörsergranate auf den Süden Israels ab. Bei dem Angriff sei niemand verletzt worden, auch habe die Granate keinen Schaden angerichtet. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Die Hamas-Bewegung hatte kurz zuvor eine Einstellung der Raketen-Angriffe auf Israel angekündigt.

Der Islamische Jihad hatte dagegen die Waffenruhe aufgekündigt, nachdem die israelische Luftwaffe einen ihrer Führer im Gazastreifen mit einem gezielten Angriff getötet hatte. Als Reaktion auf die jüngste Serie von Raketenangriffen vom Gazastreifen aus startete Israel am Wochenende eine Militäroffensive. Aus israelischen Regierungskreisen verlautete am Sonntagabend, man warte ab, ob die Erklärung der Hamas zu einem Ende des Raketenbeschusses führe. Die Offensive werde vorerst fortgesetzt.

Israelische Armee nimmt 50 Palästinenser im Westjordanland fest

Die israelische Armee hat in der Nacht zum Sonntag im Westjordanland 50 Mitglieder der radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Jihad festgenommen. Bei den Gefangenen handle es sich um gesuchte Aktivisten, teilte ein Militärsprecher mit.

Am Sonntag hatten israelische Soldaten bereits mehr als 200 mutmaßliche palästinensische Aktivisten in Gewahrsam genommen, darunter einen der Hamas-Führer im Westjordanland, Scheich Hassan Yussef.

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