Iranischer Diplomat im Irak entführt

Das Außenministerium in Teheran habe am Sonntag eine Untersuchung eingeleitet, meldete die iranische Studenten-Nachrichtenagentur ISNA.

Zuvor habe die Botschaft in Bagdad bestätigt, das der iranische Konsul in Kerbala, Fereydun Jahani, gekidnappt worden sei. Der arabische Nachrichtensender „Al Arabiya“ hatte berichtet, zu der Entführung habe sich eine Gruppe namens „Islamische Armee im Irak“ bekannt.

Die Gruppe begründete die „Festnahme“ mit dem Hinweis, der Konsul Jahani habe einen Aufruhr provoziert. „Al Arabiya“ strahlte ein Video aus, auf dem der iranische Diplomat zu sehen ist, wie er etwas sagt. Der Ton wurde jedoch nicht ausgestrahlt. Konkrete Forderungen stellten die Geiselnehmer nicht. Sollte sich die Entführung bestätigen, wäre Jihani der zweite ranghohe Diplomat, der im Irak in die Hände von Extremisten fiel. Am 23. Juli war der ägyptische Diplomat Mohammed Mamduh Helmi Kutb verschleppt und drei Tage später wieder freigelassen worden.

Die Entführung droht die Beziehungen zwischen dem Irak und dem Iran weiter zu belasten. Bereits die Verhaftung von vier Iranern unter Spionagevorwurf in Bagdad hatte zu Spannungen geführt. Teheran bestritt den Vorwurf energisch und bestellte am Sonntag den irakischen Botschafter ein. Ihm wurde mitgeteilt, es sollten entweder Beweise gegen die verhafteten Iraner vorgelegt werden oder Bagdad solle schweigen. Irakische Politiker sollten anti-iranische Äußerungen unterlassen, forderte das Außenministerium in Teheran.

Beide Länder werfen sich vor, sich in die inneren Angelegenheiten des jeweils anderen Landes einzumischen. Dennoch will Teheran an seiner Einladung an den irakischen Übergangspremier Iyad Allawi festhalten. Die offizielle Einladung zu einer Visite werde in Kürze erfolgen, sagte der Sprecher des Außenministeriums.

Ein weiteres Konfliktthema ist die Rückgabe von militärischen und zivilen Flugzeugen, die während des Golfkrieges von 1991 von den Irakern in den Iran in Sicherheit gebracht worden waren. Teheran werde die Flugzeuge nur an die Vereinten Nationen ausliefern oder später an eine offizielle neue irakische Regierung zurückgeben, verlautete am Sonntag aus Teheran.

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