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Iranische Häftlinge starten wegen Hinrichtungen Hungerstreik

Foto von inhaftierter Friedensnobelpreisträgeriun Narges Mohammadi
Foto von inhaftierter Friedensnobelpreisträgeriun Narges Mohammadi ©APA/AFP
Im Iran haben nach der Hinrichtung eines regimekritischen Demonstranten 61 Insassinnen des berüchtigten Ewin-Gefängnisses einen Hungerstreik angekündigt. Das berichtete die ebenfalls inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi am Dienstag auf ihrer Instagram-Seite, die Angehörige im Ausland für sie pflegen. Weibliche politische Gefangene in Ewin beginnen demnach aus Protest am 25. Jänner einen gemeinsamen Hungerstreik.

Sie demonstrieren damit gegen die jüngsten Hinrichtungen und für einen Hinrichtungsstopp. Dienstag früh wurde mit Mohammed Ghobadlu ein weiterer Teilnehmer der landesweiten Protestwelle im Herbst 2022 hingerichtet. Die Justiz macht ihn für die Tötung eines Polizisten während der Demonstrationen verantwortlich. Laut Menschenrechtsorganisationen wurde Ghobadlu 23 Jahre alt. "Die Nachricht von der Hinrichtung der iranischen Jugend hat eine Welle der Wut und des Protests in der Gesellschaft ausgelöst", hieß es auf Mohammadis Instagram-Seite.

Der Tod der jungen iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini hatte im Iran vor mehr als einem Jahr Massenproteste ausgelöst. Monatelang gingen vor allem junge Menschen auf die Straßen, um gegen das islamische Herrschaftssystem zu demonstrieren. Mittlerweile hat die Islamische Republik neun Menschen hinrichten lassen, die an den Protesten teilgenommen hatten. Amnesty International bezeichnete die Prozesse gegen sie als unfaire "Scheinverfahren".

(APA/dpa)

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