AA

Iran will 50.000 Zentrifugen installieren

Der Iran will nach Angaben von Vizepräsident Gholamreza Aghazadeh bis zu 50.000 Zentrifugen zur Urananreicherung in seiner Anlage in Natanz installieren.

Das gab Aghazadeh, der auch Chef der nationalen Atomenergiebehörde ist, am Dienstag laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur IRNA bekannt. Bereits am Vortag hatte Aghazadeh in Natanz mitgeteilt, dass die Urananreicherung nun auf industriellem Niveau erfolge.

Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte am Montag betont, der Iran sei jetzt in der Lage, sich selbst mit Nuklearbrennstoff für Kernkraftwerke zu versorgen. „Der Iran steht seit heute auf der Liste derjenigen Staaten, die in der Lage sind, atomaren Brennstoff herzustellen“, sagte der Präsident in Natanz, wo Uran angereichert wird. Der Iran werde bestimmten westlichen Staaten nicht gestatten, diese Fähigkeiten zu unterlaufen, fügte er hinzu.

Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Gholamreza Aghazadeh, betonte ausdrücklich laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA: „Das Ziel der Islamischen Republik Iran ist nicht bloß der Aufbau von 3000 Zentrifugen in der Anlage von Natanz. Wir haben alles geplant, um 50.000 Zentrifugen zu installieren“, sagte Aghazadeh demnach. Am Sonntag hatte der iranische Chefunterhändler Ali Larijani noch erklärt, Teheran habe begonnnen, mit 3.000 Zentrifugen Uran anzureichern.

Zu der Zahl der in Natanz mittlerweile aufgebauten Zentrifugen machte der Atomenergiebehörden-Chef Aghazadegh weiterhin keine Angaben. Bereits am Montag hatten er und der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad bei einer Feier zum nationalen Atomtag am Standort der Urananreicherungsanlage in Natanz mitgeteilt, dass die Urananreicherung nun auf industriellem Niveau erfolge.

Heftige internationale Kritik

Die von Präsident Mahmoud Ahmadinejad angekündigten neuen nuklearen Kapazitäten des Iran sind international heftig kritisiert worden. Die russische Regierung sprach von einer “Provokation”.

Die USA sehen die Worte von Ahmadinejad als „ein neues Zeichen der Missachtung der internationalen Gemeinschaft“.

Großbritannien verlangte von Teheran erneut die Einstellung der Urananreicherung. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Iran aufgefordert, den Resolutionen des Weltsicherheitsrats voll zu folgen. Keine Reaktion gab es am Montag dagegen von der Internationalen Atombehörde (IAEO) in Wien. Der iranische Atom-Unterhändler Ali Larijani drohte unterdessen mit einer härteren Gangart seines Landes und schloss eine Kündigung des Atomwaffensperrvertrags nicht aus.

Nach den Äußerungen Ahmadinejads kann der Iran sich jetzt mit atomarem Brennstoff selbst versorgen. „Der Iran steht seit heute auf der Liste derjenigen Staaten, die in der Lage sind, nuklearen Brennstoff herzustellen“, sagte er am Montag in einer Rede in der zentraliranischen Nuklearanlage Natanz, in der Uran angereichert wird.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses in der russischen Staatsduma, Konstantin Kossatschow, sprach von einer „direkten Herausforderung der Weltgemeinschaft“. Der Iran zeige ein weiteres Mal, dass er nicht zu einem Kompromiss mit der Weltgemeinschaft bereit sei, sagte Kossatschow der Agentur Interfax. So lange jedoch keine direkten Beweise dafür vorlägen, dass der Iran an einem Atomwaffenprogramm arbeite, gebe es keine Alternative zu politischen Verhandlungen.

Der Sprecher von US-Präsident George W. Bush, Gordon Johndroe, äußerte sich „sehr besorgt“ über die Entwicklung. „Wir rufen das iranische Regime auf, seine Verpflichtungen gegenüber der IAEO und dem UNO-Sicherheitsrat zu erfüllen“, sagte Johndroe. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, betonte, die jüngste Entwicklung zeige die „vergebene Chance“ für die iranische Führung, die internationalen Sorgen ernst zu nehmen. Die Erklärung Ahmadinejads zeige, dass die internationale Gemeinschaft zurecht Sanktionen verhängt habe, sagte McCormack.

Die Regierung in London zeigte sich besorgt über die Ankündigung. Das bedeute einen weiteren Verstoß gegen Resolutionen der UNO und IAEO, sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums. Die internationale Gemeinschaft sei sich einig, dass Teheran keine Atomwaffen besitzen dürfe.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon betonte: „Ich hoffe sehr, dass sich die iranische Regierung selbst zu einer Zeit, in der sie Sanktionen des Sicherheitsrats ausgesetzt ist, auf einen Dialog mit dem Ziel der Verständigung einlässt.“

Ahmadinejad hatte in Natanz erneut die von den Vereinten Nationen im Atomstreit beschlossenen Sanktionen kritisiert, die den Iran zur Einstellung der Urananreicherung bewegen sollen. Je nach Grad der Anreicherung kann Uran zivil oder militärisch genutzt werden. Das Land wird verdächtigt, an der Atombombe zu arbeiten. Das hat Teheran stets strikt zurückgewiesen. Ahmadinejad bekräftigte am Montag das Recht seines Landes als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages auf friedliche Nutzung der Kernenergie.

Larijani erklärte in Natanz, dass jetzt 3000 Gaszentrifugen zur Urananreicherung installiert seien. Er drohte mit einer härteren Gangart Teherans, sollten die vor zwei Wochen verabschiedeten Sanktionen des UNO-Sicherheitsrats angewandt werden. In diesem Zusammenhang schloss er eine Aufkündigung des Atomwaffensperrvertrags nicht aus.

Der Chef der iranischen Atomenergie-Organisation, Gholam-Reza Aghazade, sagte vor der Rede des Präsidenten zum „Nationalen Atomtag“, sein Land könne jetzt Uran „im industriellen Maßstab“ anreichern. Nach fünfjährigen Forschungs- und Testarbeiten habe damit „eine neue Phase“ der Arbeiten am Atomprogramm begonnen.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte vor rund zwei Wochen einstimmig eine neue Iran-Resolution verabschiedet, die ein Waffenembargo, Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Auslandsgeldern vorsieht. Sollte Teheran die Urananreicherung nicht binnen 60 Tagen einstellen, drohten „weitere angemessene Maßnahmen“. Die neue Resolution verschärft Strafmaßnahmen, die der Sicherheitsrat bereits im Dezember vergangenen Jahres verhängt hatte.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Iran will 50.000 Zentrifugen installieren
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen