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Iran: Vergangenheit holt Präsidenten ein

Die US-Regierung will jetzt gezielt überprüfen, ob der neu gewählte iranische Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad 1979 zu den Geiselnehmern in der Teheraner US-Botschaft gehörte.

Diesbezügliche Vorwürfe von ehemaligen Geiseln würden sehr ernst genommen, erklärte das Weiße Haus in Washington. Die tschechische Tageszeitung „Pravo“ berichtet unterdessen in ihrer Freitag-Ausgabe, Ahmadinejad sei als ranghoher Kommandant der islamischen Revolutionsgarden (Pasdaran) auch in den Mord an dem kurdischen Oppositionspolitiker Abdul Rahman Ghassemlou im Juli 1989 in Wien verwickelt gewesen.

Einige Tage vor der Ermordung Ghassemlous habe sich Ahmadinejad in Wien aufgehalten; seine Aufgabe sei es gewesen, die Waffen aus der iranischen Botschaft dem Mordkommando zu übergeben, zitierte das Prager Blatt Hossein Yazdan Panah, einen Vertreter der iranischen kurdischen Opposition, der im Irak im Exil lebt. Der zusammen mit zwei weiteren Kurden ermordete Generalsekretär der Demokratischen Partei Kurdistans/Iran (DPKI) hatte enge Kontakte zur damaligen Tschechoslowakei und war mit der Tschechin Helena Krulichova verheiratet. Die mutmaßlichen Täter tauchten in der iranischen Botschaft unter und konnten offenbar nach massivem Druck Teherans auf die österreichischen Behörden unbehelligt ausreisen.

Ghassemlous Nachfolger Sadegh Charafkandi wurde im September 1992 zusammen mit drei Parteifunktionären in dem griechischen Spezialitätenrestaurant „Mykonos“ in Berlin erschossen, der Lokalbesitzer wurde dabei lebensgefährlich verletzt. Im so genannten „Mykonos“-Prozess hat das Gericht in Berlin der iranischen Führung Staatsterrorismus vorgeworfen. Für die Richter stand fest, dass das vierköpfige „Komitee für Sonderangelegenheiten“ hinter dem Mordanschlag stand. Diesem Gremium gehören der Staatspräsident, der oberste geistliche Führer, der Außenminister und der Geheimdienstchef an. Das Gericht stellte fest, dass auch Ghassemlou auf Befehl der iranischen Führung ermordet worden war. Der Ex-Geheimdienstchef und ehemalige Präsidentschaftskandidat Ali Fallahian wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Die Berichte über die Geiselnahme von 1979 werfen nach Ansicht von US-Präsident George W. Bush „viele Fragen“ auf. Er wisse, „wie aktiv“ derzeit nach Antworten zu diesen Fragen gesucht werde, sagte Bush am Donnerstag in Washington. Daher sei er „zuversichtlich“, dass Ahmadinejads Rolle aufgeklärt werde. Bush betonte, er verfügte momentan über „keine Informationen“, welche die Berichte bestätigen oder widerlegen könnten.

Die US-Bürger Chuck Scott, David Roeder, William Daugherty, Don Sharer und Kevin Hermening sagten, sie seien sich sicher, in Ahmadinejad einen der damaligen Geiselnehmer erkannt zu haben. Daugherty, der seinerzeit für den Geheimdienst CIA im Iran tätig war, fügte hinzu, seiner Einschätzung nach sei Ahmadinejad sogar einer der Anführer gewesen, eine Art Sicherheitschef. Eine andere Ex-Geisel hat die Anschuldigungen gegen den neu gewählten iranischen Präsidenten relativiert. Die US-Botschaft war am 4. November 1979, in den ersten Monaten der islamischen Revolution, von jungen Anhängern des Ayatollah Khomeini besetzt worden. 52 Menschen wurden 444 Tage lang als Geiseln gehalten.

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