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Iran: Holocaust "historische Tatsache"

Der frühere iranische Staatspräsident Mohammed Khatami hat den Holocaust als "historische Tatsache" bezeichnet, zugleich aber Israel einen "Missbrauch" der Geschichte vorgeworfen.

„Wir sollten wissen, dass eines der Verbrechen des deutschen Nationalsozialismus das Massaker an unschuldigen Menschen war, und unter diesen war ganz sicher eine große Anzahl Juden“, sagte Khatami am Dienstag der Nachrichtenagentur ISNA. „Aber diese historische Tatsache ist von Israel mit Blick auf die unterdrückte palästinensische Nation missbraucht worden“, fügte Khatami hinzu.

Der gegenwärtige ultrakonservative Staatspräsident Mahmud Ahmadinejad hatte im vergangenen Jahr international für Empörung gesorgt, als er die Tilgung Israels von der Landkarte forderte und den Holocaust bezweifelte.

Der Reformpolitiker Khatami leitet inzwischen eine Nichtregierungsorganisation, die den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen fördern will. Er betonte, dass der Islam das Töten auch nur eines einzigen unschuldigen Menschen, „einschließlich eines unschuldigen Juden“, verurteilt. Der Iran habe stets in Frieden mit seiner jüdischen Minderheit gelebt. „Aber jene, die sich selbst als Opfer des Faschismus betrachten, betreiben eine faschistische Politik im Nahen Osten“, sagte Khatami unter Bezug auf Israel.

Der Iran plant in diesem Frühjahr eine Konferenz „zur Klärung des wahren Ausmaßes des Holocaust“. Eine weitere anti-israelische Konferenz soll im April in Teheran stattfinden.

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