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Irak: Verlängerung von Mandat

Nach einem der blutigsten Monate seit dem US-geführten Einmarsch im Irak vor 2 Jahren will die Regierung in Bagdad die UNO um eine Verlängerung des Mandats für die multinationalen Truppen bitten.

Trotz aller Anstrengungen könnten die irakischen Sicherheitskräfte noch nicht die alleinige Verantwortung für die nationale Sicherheit und den Schutz der Grenzen übernehmen, hieß es in einem Schreiben von Außenminister Hoshyar Zebari an den Sicherheitsrat. Sebari will die Bitte am kommenden Dienstag persönlich in New York vortragen. Bei einer Offensive von irakischen und US-Truppen wurden in Haditha im Westen des Landes am Mittwoch mindestens zehn Aufständische getötet.

Die irakische Übergangsregierung wünsche die Fortsetzung des Mandats bis zum Abschluss des politischen Prozesses, hieß es in Sebaris Schreiben. Die Sicherheitskräfte stünden einem „bewaffneten Aufstand“ gegenüber, an dem auch ausländische Gegner der Demokratisierung des Landes beteiligt seien. Zurzeit sind im Rahmen des UN-Mandats 160.000 Soldaten im Irak stationiert, darunter 138.000 US-Soldaten.

Irakische und US-Truppen starteten am Mittwoch eine Offensive in der Stadt Haditha und Umgebung. Sie richte sich gegen Rebellen, die sich dort versteckten, verlautete aus dem irakischen Verteidigungsministerium. Beim Vorrücken der Truppen auf die rund 260 Kilometer nordwestlich von Bagdad gelegene Stadt kam es zu erbitterten Kämpfen mit Aufständischen, in deren Verlauf zehn Rebellen getötet und zwei US-Soldaten verletzt wurden. An dem Militäreinsatz nahmen den Angaben zufolge rund 1000 irakische und US-Soldaten teil.

Mitte Mai waren bei einem Militäreinsatz im Westen des Irak an der Grenze zu Syrien nach Angaben der US-Armee mehr als 100 Rebellen getötet worden. Die Aktion richtete sich gegen mutmaßliche Anhänger des Jordaniers Abu Musab al-Zarqawi. Sie sollen die Region als Stützpunkt genutzt haben, um Waffen und Geld aus Syrien über die Grenze in den Irak zu schmuggeln. Auf einer islamistischen Website wurde unterdessen behauptet, Zarqawi sei in nicht näher bezeichnetes Nachbarland des Irak geflohen. Er werde von zwei arabischen Ärzten begleitet, die ihn wegen einer Schussverletzung an der Lunge behandelten. Zarqawis Berater Sabhan Ahmad Ramadan wurde nach Angaben der irakischen Regierung an einem Kontrollposten in der Provinz Niniveh getötet.

Die multinationalen Streitkräfte gaben die Festnahme eines ranghohen Mitglieds von Zarqawis Gruppe bekannt. Molla Kamel el Assawadi sei an einem Kontrollpunkt etwa 70 Kilometer nördlich von Bagdad von einem irakischen Soldaten gefasst worden. Dem Terrorverdächtigen wird vorgeworfen, eine bewaffnete Gruppe finanziert, Aufständische trainiert und Sprengsätze für Autobomben gebaut zu haben. Das irakische Verteidigungsministerium teilte mit, bereits am Dienstag sei zudem ein „Sekretär“ Zarqawis – der für die Provinz Dijala zuständige Agha Omar – gefasst worden.

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in anderen Teilen des Iraks starben mindestens sechs Menschen. Bei einem Selbstmordanschlag in Bagdad kamen nach Angaben aus Sicherheitskreisen zwei Menschen ums Leben, 15 weitere wurden verletzt. Nach Angaben eines Polizeivertreters wurde der Polizeichef der nördlichen Stadt Schorgat von Unbekannten erschossen. Im nördlichen Duhuk kam ein Polizist bei der Explosion einer Bombe ums Leben. In der Nähe von Balad wurden ein Soldat und ein Aufständischer bei einem Schusswechsel getötet. Bei der anhaltenden Gewalt im Irak starben im Mai bisher mehr als 600 Menschen.

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